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50 Jahre Gurtpflicht in Österreich

Am 15. Juli 1976 wurde in Österreich die allgemeine Gurtpflicht eingeführt. Mit dem Slogan „Tür-Gurt-Start, bei jeder Fahrt“ warb das damalige Bundesministerium für Verkehr für das Anschnallen.

Grund für die Einführung der Gurtpflicht vor 50 Jahren war die hohe Anzahl der Verkehrstoten in Österreich zu Beginn der 1970er Jahre. 1975 kamen rund 2.500 Personen im Straßenverkehr ums Leben. 2025 verstarben bei Straßenverkehrsunfällen 403 Menschen, davon 166 in PKW.

ARBÖ-Präsident Dr. Peter Rezar: „Mit einer Vielzahl verschiedener Verkehrssicherheitsmaßnahmen seit den 1970er Jahren sowie einer deutlich verbesserten Fahrzeugsicherheit konnte die Zahl der tödlich Verunglückten auf den Straßen in Österreich stark reduziert werden. Rückblickend war die Einführung der Gurtpflicht sehr wichtig, auch wenn zunächst ein Raunen durch die Autofahrerschaft ging. Denn viele Kfz-Lenker sahen sich in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt und lehnten diese Regelung ab. Die Unfallstatistik bewies jedoch bereits nach kurzer Zeit den Nutzen der Sicherheitsgurte, die Kritiker sind schon bald weitgehend verstummt.“

Die Akzeptanz in der Bevölkerung für das Anschnallen wurde auch durch Demonstrationsgeräte wie einen Gurtschlitten, den auch der ARBÖ bei zahlreichen Verkehrssicherheitsaktionen vorführte, erhöht.

Gestraft wurde beim Nicht-Anlegen des Gurtes ab 1984. Damals wurden von der Exekutive 100 Schilling eingehoben; heute muss man zumindest 50 Euro fürs Nichtanschnallen bezahlen. Dass viele Personen die sicherheitsrelevanten Vorzüge des Gurtes noch immer nicht erkannt haben, zeigt die Verkehrsstrafenbilanz der Polizei: Im Jahr 2025 wurden österreichweit 95.912 Übertretungen gegen die Gurtpflicht festgestellt, und es gab 7.765 Anzeigen wegen mangelnder Kindersicherung.

Wie wichtig der Gurt für die Verkehrssicherheit ist, zeigt die Unfallstatistik 2025: 96 Prozent aller verunglückten Pkw-Insassen verwendeten zum Unfallzeitpunkt einen Sicherheitsgurt oder eine Kindersicherung. Die Untersuchung von Unfällen ergab: Je leichter die Verletzung, desto wahrscheinlicher war das Anschnallen. 97 Prozent der Leichtverletzten waren angegurtet, während dies nur bei 88 Prozent der Schwerverletzten und 72 Prozent der Getöteten der Fall war. (Quelle: Statistik Austria)
Rezar: „Diese Zahlen zeigen eindeutig, wie wichtig es ist, dass sich alle Personen in einem Kraftfahrzeug anschnallen. Deshalb hat der Slogan ‚Tür-Gurt-Start, bei jeder Fahrt‘ nicht an Bedeutung verloren.“