Über den ARBÖ

 

Der Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreichs (kurz ARBÖ nach der frühen Bezeichnung Arbeiter-Radfahrer-Bund Österreichs) ist ein österreichischer Verkehrsclub, der Kraftfahrerbelange als NGO vertritt.

Er ist mit ca. 420.000 Mitgliedern der zweitgrößte Verein dieser Art in Österreich. Er wurde am 30. April 1899 als Verband der Arbeiter-Radfahrer-Vereine Österreichs in Wien gegründet und hat sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer Serviceorganisation für Mitglieder weiterentwickelt. Der ARBÖ ist Gründungsmitglied des Verbundes Europäischer Automobilclubs (EAC) mit Sitz in Brüssel. Der ARBÖ ist ein zentraler Verband innerhalb der sozialdemokratischen Vorfeldorganisation ASKÖ. Er ist Mitglied des EAC European Automobile Clubs.

 

Geschichte

Nachdem 1893 der erste Wiener Radfahrverein („Die Biene“) gegründet wurde, folgten weitere Vereinsgründungen, welche sich schließlich am 30. April 1899 zum „Verband der Radfahrvereine Österreichs“ zusammenschlossen. Nach mehreren Namensänderungen (1926: „Arbeiter-Radfahrer-Bund Österreichs“, 1932: „Arbeiter-Rad- und Kraftfahrer-Bund Österreichs“) und Schaffung einer Motorfahrsektion, wurde der Name schließlich 1962, aufgrund der zunehmenden Motorisierung der Vereinsmitglieder, auf den heutigen Namen „Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreichs“ geändert. 1934 wurde der Verein verboten und 1945 neu gegründet.

 

50 Jahre Pannendienst: Start einer Erfolgsstory

Als am 16. September 1967 die ersten 37 ARBÖ-Pannenfahrzeuge in Dienst gestellt wurden, fiel zugleich der Startschuss zu einer Erfolgsstory. 

In den wilden Gründerzeiten , Anfang der Fünfzigerjahre des vorigen Jahrhunderts, lief es so: Ein ARBÖMitglied rief an einem Jänner-Nachmittag von einem Fernsprecher in Schladming in Graz an: „Ich steh da mit kaputter Lichtmaschine. Was soll ich tun?“ – „Ein Zimmer zum Übernachten suchen“, antwortete der ehrenamtliche Funktionär, der in Graz Telefondienst schob, „in der Früh bin ich da.“ Dann meldete besagter Funktionär, hauptberuflich Techniker im PuchWerk, für den nächsten Tag Urlaub an, besorgte eine passende Lichtmaschine, lud die in die Beiwagenmaschine – eh klar, eine Puch –, setzte die Lederhaube auf und fuhr in bitterkalter Jänner-Nacht durch Eis und Schnee nach Schladming, damals ein Vierstundenritt. Am nächsten Morgen wurde im Freien repariert, dann ging es per Motorrad zurück nach Graz. So gesehen war es ein absoluter Quantensprung, als man beim ARBÖ mit dem Aufbau eines professionellen Pannendienstes mit speziell ausgerüsteten Autos und hauptberuflichen Mitarbeitern begann. Ein absolutes Muss, denn in den Sechzigern knackte der ARBÖ bereits die 100.000-Mitglieder-Grenze, darunter Neubeitritte wie Franz Jonas, Innenminister Josef Afritsch oder Polizeipräsident Joschi Holaubek. Am 16. September 1967, vor genau 50 Jahren, war es dann so weit: Wiens legendärer Bürgermeister Bruno Marek senkte die Startflagge und entließ die erste Truppe der ARBÖ-Pannenfahrer mit ihren insgesamt 37 Autos der Marken Puch 500 und VW Käfer in ihren beruflichen Alltag. Ein Alltag, der sich bis in die heutige Zeit zur wichtigsten, bekanntesten und höchstgeschätzten Dienstleistung des ARBÖ entwickelte, wie erst kürzlich eine IFES-Umfrage bestätigte. Dass Pannenhilfe und Abschleppdienst mittlerweile in einer ganz anderen Dimension funktionieren, ist klar, doch ein ganz entscheidendes Faktum haben unsere Pannenfahrer aus der Pionierzeit der fühen Tage in die Gegenwart mitgenommen: die unbedingte Einsatzbereitschaft für unsere Mitglieder, die technische Kompetenz und die Freundlichkeit, die alle zu schätzen wissen, die jemals in schwieriger Situation auf Hilfe angewiesen waren. Ja, wir sind stolz darauf, diese traditionellen Werte, wie Hilfsbereitschaft, Solidarität und Einsatzfreude aus der Vergangenheit in die Gegenwart mitgenommen zu haben. Aber natürlich haben wir diese Werte eingebettet in modernste Technik und eine leistungsfähige Infrastruktur samt ausgefeil - ter Logistik, die es uns ermöglicht, im Dienst unserer Mitglieder hochwertige, schnelle und sichere Pannenhilfe vor Ort zu gewährleisten. Modernste elektronische Diagnosegeräte, GPS-Ortung, Pannen-App sowie ständige Schulung und Weiterbil - dung unserer Mitarbeiter für den Einsatz auf den verschiedensten Fabrikaten und auch Antriebstechniken vom Verbrennungs- bis zum Elektromotor gehören da ebenso dazu wie eine Flotte von rund 200 hochwer - tig ausgestatteten Pannen- und Abschleppautos. Dazu gibt es auch ein zentrales Callcenter am Standort Pasettistraße in Wien 20, von dem aus die Panneneinsätze in ganz Österreich und auch Assistenzeinsätze im Ausland koordiniert werden. An die 20.000 Telefonate bearbeiten die Agents im Monat, 40.000 Panneneinsätze haben sie heuer bereits in der ersten Jahreshälfte erledigt. Die anspruchsvolle Vorgabe dabei: Längstens zehn Minuten nach Eingang des Anrufes eines Mitgliedes muss ein Pannenfahrer zum Pannenort unterwegs sein. Und dann schlägt die Stunde unserer Techniker. Denn entgegen der landläufigen Meinung „Bei den neumodernen Autos kannst eh nix mehr reparieren“ ist unser Pannendienst immer noch in der Lage, mehr als 90 Prozent aller Pannen an Ort und Stelle zu beheben und die Weiterfahrt zu ermöglichen. Für den Rest der Fälle stehen unseren Mitgliedern der Abschleppdienst und Leihwagen zur Verfügung. Der ARBÖ-Pannendienst ist bereit für die Zukunft!

 

ARBÖ-Pannendienst: Die Entwicklung

Perfekt ausgestattet waren die ARBÖ-Bernhardiner damals mit einer zerlegbaren Abschleppachse. Die heute üblichen Kombis mit Hecktür und Laderaum gab es damals noch nicht. Die Zahl der Pannenfahrzeuge nahm rasch zu. 1971, schon vier Jahre später, waren es über 100 Fahrzeuge. Ähnlich schnell stieg auch die Zahl der ARBÖ-Mitglieder. Waren es 1967 rund 70.000 Österreicher, die dem ARBÖ vertrauten, so waren es 1971 bereits mehr als 150.000. Die ursprünglich in den Pannenfahrzeugen mitgeführten Abschleppachsen wurden ihrer Aufgabe nicht mehr optimal gerecht, und so traten im Mai 1972 zehn Ford-Lkw für den Abschleppdienst in Aktion. Damit begann ein Kapitel des ARBÖ-Pannendienst: Die Entwicklung Pannendienstes, das mit abenteuerlichen Rückholungen aus aller Herren Länder aufwarten konnte. Gerade die Abschleppung von defekten Fahrzeugen war und ist eine wesentliche Leistung des ARBÖ-SicherheitsPasses. Im Mai 1974 wurde auf dem Kahlenberg in Wien das 150. Pannenfahrzeug in Dienst gestellt. Dem ARBÖ-Mitglied stand somit ein Pannendienstnetz von der Nordsee bis ins südliche Kärnten zur Verfügung. Waren es ursprünglich in der Hauptsache Puch 500 und VW Käfer, so wurden diese durch den VW Golf und diverse andere Fahrzeuge abgelöst. Alle diese Fahrzeuge wurden in der Zentrale des Technischen Dienstes in Wien 3 für den Pannendienst umgebaut. Aber auch beim Pannenauto führte der Weg aus der Vielfalt zur Einheit. Bei einer Mitarbeiter-Befragung nach dem Wunsch-Pannenauto gab es zwei klare Sieger: für den Stadtverkehr den VW Golf Diesel und für Überlandeinsätze den allradgetriebenen Toyota Tercel, der später durch den Toyota Corolla 4WD abgelöst wurde. Heute vertraut der ARBÖ größtenteils auf allradgetriebene VW Caddy. Modern. Derzeit stehen rund 200 moderne Pannenfahrzeuge in ganz Österreich beim ARBÖ im Einsatz, die Flotte wird regelmäßig erneuert und befindet sich technisch auf dem neuesten Stand.

 

Pannenhilfe und Technischer Dienst

Unter der Kurzrufnummer 123 ist der ARBÖ-Pannendienst in ganz Österreich erreichbar. Mit 450 eigenen Technikern wird das österreichische Straßennetz betreut. Ziel der ARBÖ-Pannenhelfer ist, die Weiterfahrt mit dem eigenen Kfz zu erreichen. Weiters führt der ARBÖ österreichweit Dienstleistungen in fahrzeugtechnischen Belangen wie z. B. §-57a-Begutachtungen (Pickerlüberprüfungen), Ankaufstest, Saisontest etc. in seinen derzeit 91 Prüfzentren durch.


Zusatzprodukt Sicherheits-Pass

Mit dem Zusatzprodukt ARBÖ-Sicherheits-Pass können Mitglieder den ARBÖ-Schutz auf Europa im geografischen Sinn sowie die Kanarischen Inseln, Island und Madeira ausweiten. Der ARBÖ-Sicherheitspass enthält 28 Leistungen- unter anderem Pannendienst im Ausland, Abschleppdienst im Ausland, Krankenversicherung mit Krankenrückholung im In- und Ausland.


Informationsdienst

Der ARBÖ betreibt einen eigenen Informationsdienst für Verkehr und Touristik, der unter anderem den ORF-Teletext mit Verkehrsmeldungen und Schneewerten beziehungsweise Badeseetemperaturen versorgt (Seite 431 und 432, 614, 615).


Fahrsicherheitszentren

Der ARBÖ hat folgende Fahrsicherheitszentren:

Wien – Kagran
Salzburg – Straßwalchen
Steiermark – Ludersdorf


Medien

Mitglieder erhalten die regelmäßig erscheinende Zeitschrift Freie Fahrt.