Puppomobil

Jährlich finden überproportional viele Verkehrsunfälle bei Kindern im Alter zwischen sechs bis acht Jahren statt. In mehrjähriger Vorbereitung und gemeinsam mit Experten und Expertinnen der AUVA, VolksschullehrerInnen und der ARGE Puppomobil wurde mit dem Puppomobil eine wichtige Maßnahme entwickelt um diesen hohen Unfallzahlen entgegenzuwirken.

Das Puppomobil ist eine mobile Verkehrserziehungspuppenbühne, die österreichweit Kindern der ersten und zweiten Volksschulklassen das richtige Verhalten im Straßenverkehr vermittelt. Und der Erfolg lässt sich sehen, denn pro Tag finden vier bis fünf Vorstellungen statt, an denen im Durchschnitt 20 Kinder teilnehmen. 

 

Nachhaltige Verkehrserziehung in drei Phasen

Die Verkehrserziehung läuft spielerisch und in drei Phasen ab: 

  • Vorbereitung im Schulkontext: Sicheres Überqueren der Straße im Rahmen der Verbindlichen Übung Verkehrserziehung auf der 1. und 2. Schulstufe
  • Interaktives Theater: Das Verkehrserziehungstheater Puppomobil vermittelt den SchülerInnen der Grundstufe auf erlebnisorientierte Art das sichere Überqueren der Straße.
  • Nachbearbeitung im Schulkontext: Altersgerechte Unterlagen unterstützen die PädagogInnen mit den SchülerInnen beim Nachbearbeiten des im Theater Erlebten.

Lesen Sie hier mehr zum multistrategischen Präventionsansatz zur nachhaltigen Verkehrserziehung.

Seit mehr als 40 Jahren auf Erfolgskurs

Im Frühjahr 1978 legten der damalige ARBÖ-Generalsekretär Otto Effenberger, der Chefredakteur des ARBÖ-Klubjournals FREIE FAHRT, Fritz Riha und Arminio Rothstein, noch besser bekannt als Clown Habakuk aus dem ORF, den Grundstein für eine mobile Verkehrserziehungsbühne, das Puppomobil. Die Vollmotorisierung schritt voran, und damit stieg auch die Anzahl der verunglückten Kinder im Straßenverkehr. Mit dem Puppomobil wollten Arminio Rothstein, sein Team des Theater Arlequin und der ARBÖ einen Beitrag zur Verringerung der verletzten und getöteten Kinder leisten, und schritten zur Tat: Für die eigens errichtete Bühne wurde ein Theaterstück geschrieben. Seit mehr  als 40 Jahren touren somit Kasperl, Barry, Inspektor Pomeisl, Dieselschlauch und auch der böse Zauberer Tintifax durch ganz Österreich.

2011 konnte mit der AUVA ein wichtiger Kooperationspartner für dieses Projekt gefunden werden. Dadurch wurde auch die Anschaffung einer zweiten Bühne möglich, wodurch die Anzahl der Aufführungen verdoppelt werden konnte. Heute sehen jedes Jahr rund 30.000 Kinder der 1. und 2. Klasse Volksschule in ganz Österreich das Stück, das sich am Lehrplan der Grundstufe 1 (1. und 2. Klasse Volksschule) orientiert, und das Lernziel „Der Fußgänger im Straßenverkehr“ zum Inhalt hat. Großen Wert wurde bei der Entwicklung des Stücks auf eine altersadäquate Inszenierung und eine pädagogisch richtig aufbereitete Umsetzung gelegt. Das Stück zeigt den jungen Besuchern, was beim Überqueren der Straße zu beachten ist, welche Bedeutung die einzelnen Armzeichen von Polizisten haben und was die Lichtzeichen der Ampeln signalisieren. Damit greift das Stück ein sehr reales Problem auf, wie die Unfallzahlen zeigen. 

Insgesamt haben in den vergangenen 40 Jahren knapp 550.000 Kinder das Stück gesehen. 15.000 mal ging der Vorhang hoch und genauso oft sicherte Inspektor Pomeisl den Zebrastreifen für die Volksschulkinder und der Zauberer Tintifax trieb es ziemlich bunt mit Barry und Pannenfahrer Dieselschlauch. Insgesamt legt das Ensemble jährlich 30.000 Kilometer zurück, besucht 350 Schulen und spielt bis zu fünf Aufführungen pro Tag. Für die Koordination zeichnet seit Jahren die Agentur Kiga Impuls verantwortlich, die sämtliche Aufführungen plant und die beiden Teams zwischen Neusiedlersee und Bodensee in die Schulen schickt.

Sowohl der ARBÖ als auch die AUVA betonen die mittel- und langfristige Wirkung dieser Verkehrsfrüherziehungsmaßnahme. Im Sinne des lebenslangen Lernens werden durch das Puppomobil Kompetenzen trainiert, die für die Heranwachsenden auch später von großem Nutzen sind: Auf Erfahrungen, die sie unter fachkundiger Begleitung im Kindesalter gemacht haben, können sie viele Jahre später zum Beispiel als Fahrradfahrer, Mopedfahrer, ja sogar Autofahrer, zurückgreifen. Es ist wichtig, dass schon die jüngsten Verkehrsteilnehmer den sicheren Umgang im Straßenverkehr erlernen.

Daher ist auch für die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt das Projekt Puppomobil extrem wichtig. Im Rahmen des gesetzlichen Auftrags zur Prävention ist das Thema Sicherheit beim Schulweg für die AUVA ein großes Anliegen. Schülerinnen und Schüler sollen von Anfang an sicher im Straßenverkehr unterwegs sein. Daher ist es so wichtig, Verkehrskompetenz von Kindern zu stärken und ihnen die Fähigkeiten zu vermitteln, gefährliche Situationen selbst zu erkennen und zu meistern. Deshalb investiert die AUVA in die Verkehrspädagogik und unterstützt Bildungseinrichtungen wie die Aktion Puppomobil bei ihrer wertvollen Arbeit.

Aktuelles Stück des Puppomobils

Im aktuellen Stück "Barry geht in die Schule" dürfen die Kinder den schlauen Bernhardiner Barry an seinem ersten Schultag begleiten.  Für ihn ist es ein ganz besonderer Tag, denn zum allerersten Mal geht er den Weg alleine. Gemeinsam mit den jungen Zuschauern meistert Barry Kreuzungen, Fußgängerübergänge und andere Hürden.

 

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40 Fakten zu 40 Jahren Puppomobil

Anlässlich seines 40 Geburtstags haben wir interessante, skurille und witzige Fakten zur 40jährigen Erfolgsgeschichte der Verkehrserziehungsbühne zusammengetragen. Hand auf's Herz - haben Sie schon alles gewusst?