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Höhere Strafen für Raser

Mit 1. September tritt die Raser-Novelle in Kraft. Damit sollen verantwortungslose Auto-Rowdys aus dem Verkehr gezogen werden.

Rund ein Drittel aller Unfälle mit Personenschaden sind laut Statistik Austria auf unangepasste Geschwindigkeit zurückzuführen. Damit zählen überhöhtes Tempo zu den Hauptunfallursachen. Die aktuelle Novelle der Straßenverkehrsordnung soll nun dafür sorgen, dass verantwortungslose Raser höher bestraft werden.

Die Änderungen im Detail:

  • Bei Überschreitung der Geschwindigkeit um mehr als 40 km/h im Ortsgebiet und 50 km/h außerorts wird die Entziehungsdauer von zwei Wochen auf ein Monat erhöht.
  • Bei mehr als 60 km/h (Ortsgebiet) beziehungsweise 70 km/h (außerorts) von sechs Wochen auf mindestens drei Monate.
  • Bei wiederholter Begehung innerhalb von vier Jahren (zuvor 2 Jahre) beträgt die Entziehungsdauer bei einer Überschreitung von 40 bzw. 50 km/h mindestens drei Monate; bei 60 bzw. 70 km/h mindestens sechs Monate.
  • Eine Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit um mehr als 30 km/h wird mit € 150 bis 5.000 (statt bisher € 70 bis € 2.180) bestraft, die Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit um mehr als 40 km/h im Ortsgebiet bzw. um mehr als 50 km/h außerorts wird mit € 300 bis 5.000 (statt bisher € 150 bis 2.180) bestraft.

  • Wer an einem illegalen Straßenrennen teilnimmt oder andere Teilnehmer durch Abschirmen oder Blockieren (beispielsweise von Autobahnauffahrten) unterstützt muss künftig mit einer Führerschein-Entzugsdauer von sechs Monaten rechnen.

  • Bei einer Überschreitung der  zulässigen Höchstgeschwindigkeit innerorts um 80 km/h, außerorts um 90 km/h (bisher 90 bzw. 100km/h) oder bei einer Teilnahme an einem illegalen Straßenrennen kann die Führerscheinbehörde bei erstmaliger Übertretung neben einer Nachschulung auch die Beibringung eines amtsärztlichen Gutachtens anordnen. Bei einer weiteren Übertretung innerhalb von 4 Jahren (bisher 2 Jahre) ist zusätzlich zum amtsärztlichen Gutachten eine verkehrspsychologische Stellungnahme anzuordnen.

Die Beschlagnahmung des Fahrzeugs findet sich in dieser Novelle der Straßenverkehrsordnung noch nicht, eine Konkretisierung dieser Maßnahme ist derzeit in Ausarbeitung.

Der ARBÖ sieht das Vorhaben, Raser aus dem Vekehr zu ziehen, grundsätzlich positiv. Allerdings darf nicht jede kleine Gschwindigkeitsübertretung dazu führen, dass Kfz-Lenker automatisch zu verantwortungslosen Rowdys abgestempelt werden. Die Erhöhung der Strafen für Lenker, die Leib und Leben gefährden, können jedenfalls die Verkehrssicherheit erhöhen und die österreichischen Straßen sicherer machen.