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Hitze beim Autofahren wird oft unterschätzt

Nach dem kalten Frühjahr ist ganz Österreich jetzt von einer Hitzewelle betroffen. Auf welche Dinge Autofahrer an heißen Tagen achten müssen, klärt der ARBÖ.

Endlich ist es soweit: Der Sommer ist da! Viele Menschen haben schon lange darauf gewartet, dass die Temperaturen steigen. Allerdings wird oftmals die Gefahr der Hitze in Autos unterschätzt. Bei einer Temperatur von 30 Grad Celsius heizt sich ein in der Sonne geparktes Auto innerhalb von 30 Minuten auf 46 Grad Celsius auf, innerhalb einer Stunde hat es im Auto dann sogar 56 Grad. Damit das Autofahren bei tropischen Temperaturen nicht zur Qual wird, gibt der ARBÖ Tipps, damit ein kühler Kopf bewahrt wird.

Brütende Hitze im Auto kann die Fahrweise beeinträchtigen. Optimal sind im Autoinnenraum 21 bis 23 Grad Celsius. „Ab 24 Grad Celsius kann es bereits zu vermindertem Reaktionsvermögen, Aufmerksamkeitsdefiziten und mehr Stress kommen und somit steigt auch das Unfallrisiko“, erklärt ARBÖ-Pressesprecher Sebastian Obrecht. „Allerdings ist auch ein zu kühler Autoinnenraum nicht ideal – zu kalte Temperaturen können den Kreislauf belasten“, so Obrecht weiter. Der Unterscheid zwischen Außen- und Innentemperatur sollte nicht mehr als 5 bis 6 Grad Celsius betragen.

ARBÖ-Tipps für eine sichere Fahrt bei Hitze:

  • Vor dem Einsteigen alle Fahrzeugtüren öffnen und kurz durchziehen lassen
  • Fahrten in der Mittagshitze vermeiden
  • Längere Aufenthalte im parkenden Auto vermeiden
  • Mehr Pausen einlegen, um aufmerksam zu bleiben
  • Öfters die Beine vertreten und für genügend Abkühlung sorgen
  • Leichte und luftige Kleidung tragen
  • Rechtzeitig Klimaanlage checken – eine Wartung sollte alle zwei Jahre durchgeführt werden (z.B. in den ARBÖ-Prüfzentren)
  • Batterien überprüfen – Hitze setzt ihnen ebenso zu wie Kälte
  • Sonnenschutzblenden, silberbeschichtete Matten und auch heruntergeklappte Sonnenblenden sorgen dafür, dass sich das Fahrzeuginnere nicht so schnell aufheizt.
  • Kindersitze mit Tuch abdecken, da sich der Stoff durch direkte Sonneneinstrahlung stark aufheizt. Bevor das Kind hineingesetzt wird, Temperatur selbst mit der Hand prüfen

Generell sollte man bei extremer Hitze genügend Trinken (zweieinhalb Liter in Form von Wasser, Fruchtsäfte oder Tee), da der Körper durch das Schwitzen viel Flüssigkeit verliert. Auch auf üppige und fettige Speisen sollte verzichtet werden, denn sie belasten den Körper zusätzlich.

Oft passiert es auch, dass Kinder oder Haustiere im Auto vergessen werden. In einem solchen Fall ist jede/r dazu verpflichtet, zu helfen. In derartigen Situationen rät der ARBÖ zu folgender Vorgehensweise:

  • Situation einschätzen: Ist noch genügend Zeit, die Eltern beziehungsweise den Lenker des Fahrzeugs zu suchen? Passanten fragen, ob sie das Fahrzeug kennen. Ist das Auto vor einem Supermarkt geparkt, empfiehlt es sich, das Auto dort ausrufen zu lassen.
  • Sollte dies nicht erfolgreich sein, sofort Polizei und/oder Feuerwehr verständigen.
  • Leben und Gesundheit gehen vor: Wenn sich der Zustand des Kindes rasch verschlechtert, gilt die Regelung des entschuldigenden Notstandes. Das heißt, Scheiben eines Fahrzeugs dürfen eingeschlagen werden, um das eingesperrte Kind zu retten. Wenn genügend Zeit bleibt, sollten zur Beweissicherung Zeugen hinzugezogen werden oder aber auch Fotos gemacht werden.

Erste Hilfe im Ernstfall: 

  • Person in den Schatten bringen
  • Bei Bewusstlosigkeit in stabile Seitenlage, sonst soll der Oberkörper erhöht gelagert werden
  • Kleidung öffnen und lockern, Wind zufächeln
  • Notruf 144 wählen, um den Rettungsdienst zu alarmieren
  • Körper mit feuchten Umschlägen kühlen (insbesondere den Kopf)
  • Sofern die Person wach ist und trinken kann, Wasser trinken lassen
  • Den Anweisungen der Rettungsleitstelle Folge leisten