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Geschlossener Autobahnring ist alternativlos

Die Präsidenten des ARBÖ Wien und ARBÖ Niederösterreich kritisieren den ideologiegetriebenen Baustopp des Lobautunnels.

Auch Tage nach der Entscheidung von Verkehrsministerin Leonore Gewessler, den Lobautunnel nicht zu bauen, gehen die Wogen hoch. Zahlreiche Mitglieder meldeten sich in den vergangenen Tagen beim ARBÖ, um nicht mit Kritik an der Entscheidung zu sparen, wie Fritz Beidler, Präsident des ARBÖ Wien, bestätigt: „Besonders in den Siedlungsgebieten der Donaustadt sind die Menschen verzweifelt. Die Verkehrsbelastung ist enorm, und es ist damit zu rechnen, dass das Verkehrsaufkommen weiter steigen wird. Der Autobahnring und der Lobautunnel hätten das Gebiet nachhaltig entlastet und die Lebensqualität erhöht, weil die Autos folglich am hochrangigen Autobahnnetz unterwegs wären.“

Auch in den niederösterreichischen Umlandgemeinden ist der Unmut über die Entscheidung der Verkehrsministerin groß. Nicht nur der Wiener Bezirk Donaustadt wächst, sondern die gesamte Ostregion blüht auf und zieht daher neue Bewohnerinnen und Bewohner an. „Das Problem ist, dass die U-Bahn nicht über die Stadtgrenzen hinausgeführt wird. Daher sind die meisten Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher auf das eigene Auto angewiesen. Es fehlt schlichtweg an Alternativen zum Auto“, kritisiert Franz Pfeiffer, Präsident des ARBÖ Niederösterreich, die ideologiegetriebene Absage des über viele Jahre geprüften und gesetzlich verankerten Infrastrukturprojekts.

Zudem werde mit dem nun verhängten Baustopp eine große Chance zur wirklich nachhaltigen Verkehrslösung für die gesamte Ostregion vertan: Der Transitverkehr aus und in die östlichen und nordöstlichen Nachbarländer Österreichs würde nicht mehr direkt durch das Wiener Stadtgebiet und den grünen Prater donnern, sondern in 60 Metern Tiefe rund um Wien und die niederösterreichischen Siedlungsgebiete geleitet werden. „Für die Lebensqualität und den Wirtschaftsstandort ist die S1 samt Lobautunnel alternativlos. Wir fordern daher eine Rücknahme der Entscheidung und die Realisierung der S1, so wie im Bundesstraßengesetz festgeschrieben“, schließen Beidler und Pfeiffer unisono ab.