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Änderungen der motorbezogenen Versicherungssteuer ab 01.10.2020

Motorbezogene Versicherungssteuer. Ab 1. Oktober 2020 wird für Erstzulassungen die monatliche Abgabe neu berechnet. Viele Modelle profitieren.

Nach der Normverbrauchsabgabe zum Jahresanfang kommt es auch bei der motorbezogenen Versicherungssteuer mit 1. Oktober 2020 zu einer Änderung für Erstzulassungen. Wie bei der NoVA (Normverbrauchsabgabe) soll auch bei der motorbezogenen Versicherungssteuer ein umweltpolitischer Aspekt einfließen, der Fahrzeuge mit einem höheren Verbrauch stärker belastet, gleichzeitig aber insgesamt zu keiner Mehrbelastung führt.

Neue Berechnung. Bei der Berechnung der neuen motorbezogenen Versicherungssteuer wird wie bisher die Motorleistung herangezogen, zusätzlich aber auch der CO2-Ausstoß, der ausschließlich nach dem seit heuer verbindlichen WLTP-Messzyklus (der in der Regel zu einem höheren CO2-Wert kommt als der bisherige NEFZ-Messzyklus) zu ermitteln ist.

Für Schnellentschlossene kann es durchaus sinnvoll sein, noch vor dem 1. Oktober 2020 einen Neuwagenkauf zur Zulassung zu bringen, da sich eine niedrigere motorbezogene Versicherungssteuer über den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeuges hin auswirkt. Ebenso kann es sich aber – abhängig vom Fahrzeugmodell – lohnen, die Anschaffung nach dem 30. September 2020 zu tätigen.

Bei einer Mehrzahl der Fahrzeugmodelle kommt es tatsächlich zu einer Verringerung der motorbezogenen Versicherungssteuer, wie unsere Berechnungen (Beispiele siehe Kasten unten) gezeigt haben.

Schwierigkeiten in der Beurteilung bereitet der Umstand, dass die meisten Fahrzeugmodelle, obwohl die Motorleistung gleich ist, unterschiedliche CO2-Werte aufweisen. Grund dafür sind Unterschiede in der Ausstattung, die sich mit bis zu mehr als 20 g CO2 pro Kilometer im Verbrauch niederschlagen.

Auf die motorbezogene Versicherungssteuer kann sich das wiederum mit mehr als 20 Euro pro Monat auswirken. Auf den Lebenszyklus des Fahrzeuges gerechnet, können das 3000 Euro und mehr sein.

Zusätzlich zu berücksichtigen ist, dass für Erstzulassungen ab 1. Jänner 2021 und in der Folge jährlich bis 2024 die motorbezogene Versicherungssteuer erhöht wird. In der Berechnungsformel werden vom CO2-Wert 3 Gramm und vom Wert der Motorleistung 1 kW abgezogen.

Ebenso kommt es bei der NoVA jeweils zum 1. Jänner zu Abzügen von je 3 Gramm CO2/km von der Berechnungsformel, sodass die Ersparnis bei verbrauchsarmen Modellen verloren geht.

Bei der Novelle des Versicherungssteuergesetzes ist der Gesetzgeber davon ausgegangen, dass die technische Entwicklung hinsichtlich des CO2-Ausstoßes den jährlich reduzierten Werten der Berechnungsformel entspricht. Das heißt, dass sich die tatsächlich zu bezahlende motorbezogene Versicherungssteuer nicht erhöhen sollte. Sollte die Entwicklung aber nicht dem festgelegten Ausmaß entsprechen, wird sich der ARBÖ dafür einsetzen, dass es dann zu keinen unverhältnismäßig hohen Mehrbelastungen für die Kraftfahrer kommen wird, und gegebenenfalls den Finanzminister daran „erinnern“.

Nähere Auskünfte erteilt die ARBÖ-Rechtsabteilung.
recht(at)arboe.at

 

Motorbezogene Versicherungssteuer: die neuen Formeln

Bei Kraftfahrzeugen der Klasse M1 mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen, für welche die CO2-Emissionen nach dem WLTP-Prüfverfahren ermittelt wurden, beträgt die Steuer pro Monat:

0,72 Euro je Kilowatt der um 65 Kilowatt verringerten Leistung des Verbrennungsmotors (mindestens 5 Kilowatt)
plus
0,72 Euro je Gramm des um 115 Gramm pro Kilometer verringerten Wertes der CO2-Emissionen in Gramm pro Kilometer (mindestens 5 Gramm CO2 pro Kilometer)

(kW – 65) x 0,72 + (CO2 g/km – 115) x 0,72 = monatliche Belastung in €

 

Für Kraftfahrzeuge der Klassen L1e, L2e, L3e, L4e und L5e, deren Hubraum 100 Kubikzentimeter übersteigt, beträgt die Steuer pro Monat:

0,014 Euro je Kubikzentimeter des um 52 Kubikzentimeter verringerten Hubraums
plus
0,20 Euro je Gramm des um 52 verringerten Wertes der CO2-Emissionen in Gramm pro Kilometer (mindestens 10 Gramm CO2 pro Kilometer)


Krafträder: (ccm – 52) x 0,014 + (CO2-52) x 0,2 = monatliche Belastung in €



Beispiele: Von günstiger bis teurer

  • Beim Skoda Octavia Combi (Ambition Ltd TSI ACT DSG, 110 kW) wird der CO2-Ausstoß mit 139-162 g/km angegeben. Bis 30. September 2020 beträgt die motorbezogene Versicherungssteuer € 59,53. Danach, bei einem CO2-Ausstoß von 139 g, € 49,68 und bei 162 g € 66,24.
  • VW Golf Comfortline 1,5 TSI ACT, 110 kW; 129-158g CO2/km bisher: € 59,53 129 g: € 42,48 158 g: € 63,36
  • VW Polo 1,0 TSI ACT, 59 kW; 125-136 g CO2/km bisher: € 23,87 125 g: € 7,20 136 g: € 10,80