Renault Captur Plug-In-Hybrid

Licht und Schatten

Ein unglaublicher Fortschritt ist dem Captur bei seinem Modellwechsel widerfahren. Besonders im Innenraum, wo der Vorgänger noch großflächig mit knisterndem Hartplastik verkleidet war, gibt‘s beim Neuen feine Kunststoffe, die dem Beruhrungstest locker standhalten. Auch die Verarbeitung wirkt aus einem Guss, da gibt es kaum Kratzpunkte.

Per se gehört der Captur zur Liga der kleinen SUVs, was man aber aus der Fahrerposition gar nicht so wahrnimmt. Vorne fühlt man sich luftig aufgehoben, erst auf der Rückbank und beim Kofferraum merkt man die eigentliche Fahrzeuggattung. Stichwort Kofferraum: Der ist beim Plug-In-Hybriden merkbar kleiner ausgefallen als bei seinen Verbrennerkollegen. Fasst der Benziner 536 Liter, der Diesel noch 520 Liter, so bleiben beim Hybrid nur 379 Liter übrig. 

Wo wir mitten beim Thema sind: Grundsätzlich ist das Spritsparpotenzial beim Hybriden immer nur so gut wie der Fahrer. Auch hier gibt‘s keinen Tadel für den kleinen Franzosen: Die versprochenen 50 Kilometer elektrische Reichweite sind locker machbar, wer nicht schneller als 130 km/h fährt (was hierzulande ohnehin nicht erlaubt ist), kann theoretisch mit Null Litern Verbrauch fahren.

Umgekehrt lässt sich mit dem Captur auch Spaß haben: wenn etwa die 144 Nm des Benziners durch die 205 Nm der E-Maschine unterstützt werden, ist die Beschleunigung durchaus erheiternd. Die ist allerdings mit einem Reißen in der Lenkung verbunden, die wir mit GTIs der 90er-Jahre assoziieren – sowas hat heutzutage eher Seltenheitswert. Ebenso Luft nach oben gibt es bei den spürbaren Schalt- und Fahrmodus-Umschaltvorgänge des Antriebs. Das können andere (siehe beispielsweise links) bereits wirklich deutlich besser.

Renault Captur PHEV - EUR 33.940,-

Motor: R4-Benziner, 1598 ccm
Leistung Benzinmotor: 117 kW/159 PS
L/B/H: 4227/1797/1576 mm
Testverbrauch: 4,1 l/100 km
MVEG-Verbrauch komb.: 1,4-1,7 l/100 km
CO2-Emission: 32-37 g/km
0–100 km/h; Spitze: 10,1 s; 173 km/h
Anhängelast gebr./ungebr: 750/650 kg

ARBÖ-Fazit:

Plus: Trifft ziemlich genau den Punkt der Zeit.

Minus: Feinschliff des Antriebs fehlt.