Mazda3 G122 Comfort+

Top Design und perfekte Verarbeitung: Feiner Fahrkünstler als Geheimtipp.

Ernsthaft in der Premium-Kompaktliga in Stellung bringen will sich Mazda mit der vierten Generation des Dreier. Was es dazu braucht, ist Top-Design, perfekte Verarbeitung, erstklassiges Fahrverhalten und Ausstattung satt – die Keywords zum Erfolg. Und da hat der neue Mazda3 absolut das Zeug dazu und könnte sogar bei der Klientel von Audi A3, Einser-BMW oder Mercedes A-Klasse räubern, wie wir finden.

Der kompakte Japaner stand schon immer für ein technisch ausgereiftes Auto mit dynamischem Auftritt und spürbarem Agilitätsanspruch und hatte stets eine treue Fangemeinde – seit seiner Einführung 2003 wurden weltweit über sechs Millionen Stück verkauft, gut eine Million in Europa. Und da soll der Neue nahtlos anschließen.

Feines Design. Was Mazda kann, ist schöne Autos bauen. Der aktuelle Dreier kommt stilvoll in eleganter Kodo-Designsprache. Auffällig beim Fünftürer ist seine flache, gestreckte Form mit breiter C-Säule, die aber jede Übersichtlichkeit im Keim erstickt. Mit 1,40 m Höhe baut der Mazda recht flach. Zwar geht die Kopffreiheit vorn in Ordnung, im Fond stoßen Großgewachsene bald an den Dachhimmel. Raumwunder ist der Mazda3 also keines, auch die 358 Liter Kofferraum sind kein Topwert.

Aber wir sitzen ja vorne links, und das ist hier definitiv der „beste Platz”. Die völlig neue Armaturenlandschaft ist fahrerorientiert, klar und aufgeräumt wie ein Designer-Schreibtisch, das 8,8-Zoll-Mitteldisplay des weiterentwickelten MZD Connect-Infotainmentsystems gekonnt zwischen den geschwungenen Linien verbaut. Alles angerichtet nach dem Motto „Schönheit durch Reduktion” und dazu einfache, intuitive Bedienung. Dazu serviert Mazda wertige Materialien, Softtouch-Flächen, feine Nähte und sogar Alu-Blenden für die Bose-Lautsprecher – sehr edel.

Kein Turbo. Unter der Haube unseres Testfahrzeuges arbeitet ein 2-l-Benziner ohne Downsizing-Ambitionen und Turbohilfe, dafür aber mit Mildhybrid-Unterstützung. Diese verstärkt zwar nicht den Durchzug, verhilft aber zu effizienterem Sprit-Konsum. Im Test waren es so um die 6,5 Liter. Der 122-PS-Vierzylinder liefert harmonische Kraftentfaltung, bekommt aber seine starken Wadeln erst mit zunehmender Drehzahl.

Freude. Das Fahren mit dem Mazda3 macht Freude: direkte Lenkung, kurzwegige Schaltung, agiles Handling und präzises Fahrgefühl mit straffem, aber nicht zu hartem Fahrwerk – da haben die japanischen Ingenieure bestens gearbeitet, hier gibt es nichts zu meckern.

Ausstattungsmäßig ist in der von uns gefahrenen Version „Comfort+” volle Hütte angesagt, nur mehr mit den optionalen Paketen „Sound”, „Style”, „Tech” und „Premium” zu ergänzen.

Überhaupt beschränkt man sich ausschließlich auf die beiden Ausstattungslinien „Comfort” und „Comfort+”. Ab der Basis mit dabei sind unter anderem 16-Zöller in Alu, Klima, LEDLicht, Head-up-Display, City-Notbremsassistent, Totwinkel- und Spurhalteassistent, MZF Connect inklusive Apple Car Play bzw. Android Auto sowie eine verbesserte Fahrdynamik-Regelung G-Vectoring Control Plus.

Preislich startet der G122 unter der 30.000er-Marke (€ 23.990,–; Comfort), was den ästhetischen Dynamiker als interessante Alternative zu deutschen Premium-Kompakten macht.


Mazda3 G122 Comfort+ € 29.590,–

Motor: R4-Turbobenziner 1998 ccm
Leistung: 90 kW/122 PS
L/B/H: 4460/1795/1435 mm
Testverbrauch: 6,5 l/100 km
MVEG-Verbrauch*: 6,5/4,4/5,2 l/100km
CO2-Emission: 119 g/km
0–100 km/h; Spitze: 10,4 s; 197 km/h
Kofferraum: 330–1026 Liter


ARBÖ-Fazit:

Plus: Fahrgefühl, Design, Verarbeitung.
Minus: Sicht nach hinten, hohe Ladekante.