Mazda CX-30 Skyactive G122

Mazda füllt seine SUV-Lücke zwischen CX-3 und CX-5.

Warum er nicht CX-4 heißt? Weil es den schon gibt - in China fährt er nämlich unter diesem Namen, und bei uns in Europa muss er deshalb anders heißen. Firmenpolitik eben.

Was kann er also, der höhergestellte Dreier? Nun, erstmal bietet er einen Deut mehr Platz als der „normale” Dreier, und auch den CX-3 (4,28 m Länge) lässt er mit 4,40 m größenmäßig hinter sich. Und mit seiner edlen, schnörkellosen Optik weiß der CX-30 zu gefallen. Überhaupt muss man Mazda gratulieren, denn die Japaner haben beim Design derzeit ein glückliches Händchen.

Den zusätzlichen Raumgewinn kann man auch beim Ladevolumen verbuchen: Mit 430 bis 1406 Liter Kofferraum schluckt das Zwischengrößen-SUV spürbar mehr als der Dreier (334 l). Auffallend dabei das steile Heck und die hohe Ladekante.

Innen herrscht gewohnt hohe Mazda-Wohnlichkeit, Cockpit und Bedienelemente wurden vom Mazda3 übernommen. Heisst: hohe Bedienungsfreundlichkeit, wertige Materialanmutung und fesche Optik.

Praktisch fiel uns das mittige Dreh-/Drückrad zum Steuern zahlreicher Funktionen auf. Gleich daneben der Lautstärkenregler - in bester Reichweite. Applaus spenden wir auch für eine der am einfachsten zu bedienenden und dabei optisch angenehm reduzierten Heizung-/Lüftungseinheit mit „echten” Knöpfen.

Weniger glücklich stimmt jedoch der Antrieb. Mazda geht seit Jahren bei den Benzinern unbeirrbar den Weg der großvolumigen Sauger ohne Turbohilfe. Auch vom Downsizing wollen die Ingenieure aus Hiroshima nichts wissen. Der 122-PS-Benziner im CX-30 kommt deswegen ohne Aufladung und Downsizing-Ambitionen aus. Dafür mit Zylinderabschaltung (zwei von vier Häferln werden bei Teillast abgeschaltet) und einem 24V-Mild-Hybrid-System, das Strom rekuperiert, wenn man bremst oder vom Gas geht, welcher wiederum beim Beschleunigen helfen soll.

Davon merkt man aber beim Fahren wenig. Der laufruhige Vierzylinder ist alles andere als ein Ausbund an Agilität. Drehfreude und Durchzug (213 Nm bei 4000/min) gehören nicht unbedingt zu seinen Talenten. Träge stellt der G122 seine Pferde zur Verfügung, hier würde ein Turbo gut tun. Schade, denn der CX-30 liefert mit seinem ausgewogenen und wertigen Fahrwerk beste Voraussetzungen für hohe Fahrfreude.

Dafür freut der Mild-Hybrid-Benziner an der Tankstelle mit sechseinhalb bis sieben Liter im Schnitt.


Mazda CX-30 G122 - EUR 32,190,-

Motor:    R4-Benziner, 1998 ccm
Leistung:    90 kW/122 PS
L/B/H:    4395/1795/1540 mm
Testverbrauch:    6,8 l/100 km
MVEG-Verbrauch:    6,2/4,5/5,1 l/100 km
CO2-Emission:    116 g/km
0-100 km/h; Spitze:    10,6 s; 186 km/h
Anhängelast gebr./ungebr:    1300/600 kg


ARBÖ-Fazit:

Plus: Optik, Verarbeitung, Geräuschdämmung, direkte Lenkung, präzise Schaltung.
Minus: Träger Motor, Sicht nach hinten.