Kia XCeed PHEV Platin

Zen-Gelehrter

Wir wollen nicht mit Zen-Geschwurbel langweilen, sondern nur eine kurze Erläuterung geben: Ein wichtiger Faktor dabei ist die Selbstbeherrschung - und die braucht man, wenn man die vollen Talente des XCeed Plug-In ausschöpfen möchte.

Der erste Kontakt mit dem Xceed ist freundlich und zuvorkommend. Er liefert einen guten Auftritt, ist ziemlich genau am Punkt der Zeit. Ist schon der normale Ceed ein kleiner Feschak, so legt der XCeed mit seiner Gelände-Mimikry noch eines drauf. Auch im Innenraum kommen keine Fragen auf. Alles liegt dort, wo man es auch vermutet - nur die Armaturen weisen offensichtlich auf den Plug-In-Hybrid hin. Statt dem Drehzahlmesser gibt ein Rundinstrument über den Energieverbrauch Auskunft.

Beim Fahren merkt man von der Technik erfreulich wenig. Ist der Akku voll geladen, beschleunigt der Kia recht flott. Behandelt man das Gaspedal nach Zen etwas zärtlicher, schafft der Kia auch beinahe die im Prospekt versprochenen 48 Kilometer an elektrischer Reichweite - und das ohne, dass man gleich zum Verkehrshindernis wird. Bis 120 km/h sind elektrisch möglich. Fährt man den Akku jedoch leer - was uns wegen einer renitenten Ladesäule passiert ist - wird’s zäh. Man merkt dem tapfer kämpfenden Saugmotor seine fehlende elektrische Unterstützung an, es fehlen die 45 kW und vor allem die 170 Nm der E-Maschine. Gleichzeitig mindert das absurd lang übersetzte 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe jegliche Agilität. Auch das ein Fall für Zen.

Apropos Laden: Da der Xceed nur einphasig laden kann, dauert es etwa zweieinhalb Stunden, bis der 8,9 kWh große Akku (der mehrteilig unter Rückbank und Kofferraum verbaut ist) wieder voll ist. Positiv gesehen heißt das: Man braucht keine mit Extrakosten  verbundene Wallbox, es reicht eine herkömmliche 230V-Haushaltssteckdose. Möchte man mit voller Leistung eine längere Reise unternehmen, verlängert das jedoch die Pausen massiv. Obwohl: Mit seinem kleinen, nur 37 Liter fassenden Tank ist der Xceed PHEV dafür eher die falsche Wahl.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Wir wollen sein Talent nicht schmälern. Der XCeed ist ein wirklich gelungener Wagen, den man - so man zu seinem Fahrprofil passt - quasi ohne zu tanken fahren kann. Gleichzeitig liegt er gut und sicher. Weiterer Grund zur Freude: Als Platin stehen lediglich Schiebedach und Metalliclack in der Aufpreisliste. Sonst (u.a.: adaptiver Tempomat, Leder, Navi!) ist alles serienmäßig an Bord.

 

Kia XCeed PHEV Platin EUR 42.790,-

Motor: R4-Benziner, 1580 ccm
Leistung Benzinmotor: 104 kW/141 PS
L/B/H: 4395/1826/1483 mm
Kofferraum: 279-1243 l
0–100 km/h; Spitze: 11 s; 160 km/h
Testverbrauch: 0 - 6,8 l/100 km
MVEG-Verbrauch komb.:    1,4 l/100 km
CO2-Emission: 32 g/km

ARBÖ-Fazit:

Plus: Adretter Auftritt, ungelogene elektrische Reichweite, mahnt charmant zur Sparsamkeit.
Minus: Nicht für alle Fahrprofile sinnvoll.