Kia e-Soul

Die Soul-Musik ist nun lautlos.

Die dritte Generation der „Kultkiste” gibt es ausschließlich als reine Elektroversion. Das hohe, boxartige Design wurde etwas aufgehübscht, bleibt aber nach wie vor Geschmackssache. Mit seinen 4,20m ist der e-Soul fünf Zentimeter länger als der Vorgänger, dazu 1,80m breit – das macht ihn in Kombination mit 1,60 m Höhe von hinten betrachtet beinahe zum Würfel. Praktisch ist er aber allemal: Im wertigen Innenraum bietet der e-Soul ein großzügiges Raumangebot, alle Passagiere haben ordentlich Platz, besonders üppig dabei die Kopffreiheit. Neben dem digitalen Cockpit fällt das riesige Mitteldisplay (10,25 Zoll) auf. Es liefert modernstes Infotainment und mit Kia Live volle Konnektivität und Livedienste wie Verkehr und Ladestationeninfos in Echtzeit, darüber hinaus Fernzugriff auf das Fahrzeug per App, beispielsweise für Steuerung von Klimatisierung oder Ladezeitpunkt.

Mit 315 Litern ist der Kofferraum kein Lademeister, wer aber die Sitze umlegt, kann bis zu 1339 Liter unterbringen. Weniger durchdacht wirkt die Aufbewahrung der Ladekabel. Sie liegen im geräumigen Unterfach. Wer mit Gepäck reist, muss vor dem Laden erst einmal umschlichten.

Flotte Kiste. Wie der e-Niro hat auch der e-Soul einen Drehschalter für die Fahrstufen. Tritt man an der Kreuzung zu fest aufs Fahrpedal, zoomt sich der Soul ruckartig vorwärts. Diese Vehemenz überrascht, denn mit derartiger Sportlichkeit rechnet man angesichts des optischen Auftritts weniger. Bei vollem Ausschöpfen der E-Power hat der Fronttriebler schon ordentlich zu tun, um die Leistung verlustfrei auf die Straße zu bringen. Dazu kommt eine leicht nervöse Lenkung um die Mittellage.

Im Fahrbetrieb punktet der Kia mit komfortabler Straßenlage. Trotz seiner Höhe gibt’s dank tiefem Schwerpunkt kaum Wankbewegungen in flotten Kurven. Nette Spielerei: die dreistufige Rekuperation per LenkradPaddles.

Die 64-kWh-Batterie lieferte gut 452 km Reichweite bei optimalen Bedingungen (keine Extremtemperaturen). Bei unseren Tests (um die 5 Grad Celsius) verbrauchte der e-Soul im Schnitt 19,4 kWh, was 329 km ergibt. Die Heizung war dabei stets aktiv. Eine spezielle Driver-only-Funktion der Heizung hilft Strom zu sparen.

Ladepraxis: Schnellladen wäre theoretisch bis 100 kWh möglich, praktisch konnten wir dies allerdings nicht erreichen. Bei Ladestationen ohne eigenes Kabel sind maximal 7,2 kWh nützbar.


Kia e-Soul € 34.990,–

Motor: Elektromotor, 64-kWh-Batterie
Leistung: 150 kW/204 PS
L/B/H: 4195/1800/1605 mm
Testverbrauch: 19,4 kWh
MVEG-Verbrauch komb.: 15,7 l/100 km
CO2-Emission: 0 g/km
0–100 km/h; Spitze: 7,9 s; 167 km/h
Kofferraumvolumen: 315/1339 Liter


ARBÖ-Fazit:

Plus: Verarbeitung, Ausstattung, Seitenhalt der Sitze.
Minus: Hohe Ladekante, nervös beim Beschleunigen.