Kia e-Niro

Es muss nicht immer Tesla sein. Mit dem e-Niro landet Kia einen Volltreffer.

Die Elektroversion des Kia Niro ist nach Hybrid und Plug-in-Hybrid die nächste logische Entwicklung. Äußerlich ist der e-Niro am geschlossenen Kühlergrill und den geänderten Lufteinlässen an der Front von seinen Verbrenner-Brüdern unterscheidbar.

Zwei Versionen. Angeboten wird der Elektro-Kia in zwei Varianten: mit 39-kWh-Batterie (100 kW/136-PSE-Motor) und einer stärkeren – von uns gefahrenen – Long-Range-Version mit 64-kWh-Batterie und 150 kW/204 PS. Zusätzlich serienmäßig mit Wärmepumpe zur effektiven Kühlung und Heizung.

Und wie fährt er sich? Der e-Niro geht wie die sprichwörtliche Feuerwehr und liegt satt auf der Straße. Zwar merkt man ihm das hohe Gewicht (1,8 Tonnen) an, aber dank tiefem Schwerpunkt und direkter Lenkung nimmt er Kurven überraschend agil. Das Automatikgetriebe wird – Premiere bei Kia – per Drehrad geschaltet, das funktioniert einfach und schlüssig. Rekuperieren erfolgt vierstufig über Paddles, links wird die Stärke der Rekuperation erhöht, rechts verringert. In Stufe 0 rollt der Kia frei (Segeln), bei Stufe 3 bremst er schon kräftig ab, wenn man vom Gas geht. In der Stufe „Auto” steuert der Niro die Rekuperation selbst, abhängig vom Verkehrsgeschehen.

Es ist eine wahre Freude, wie leichtfüßig und lautlos man dahinstromen kann. Und das ohne Reichweitenangst! Kia verspricht mehr als 450 km Reichweite (WLTP), im städtischen Bereich sollen es sogar 650 km sein! Bei unserem Test (Stadt, Überland und Autobahn) schafften wir gut 400 km, wobei flottes Autobahntempo dementsprechend an der Reichweite saugt.

Unser Testverbrauch lag bei 15,4 kWh (10 bis 25°C Außentemperatur). Innen präsentiert sich der Fünfsitzer wertig verarbeitet und geräumig. Platz ist für die Passagiere genügend gegeben – nichts zwickt. Mit 451 Litern schluckt der Kofferraum des e-Niro sogar mehr als die Hybrid- (436 l) bzw. Plug-inHybrid-Variante (324 l). Also durchaus familientauglich.

Auch die umfangreiche Ausstattung verdient Applaus: Im Elektro-Niro sind bereits ab der Basisversion „Titan” (ab € 37.990,–; Long-Range-Version ab € 42.390,–) adaptiver Tempomat inkl. Stop & Go-Funktion, Notbremssystem mit Fußgängererkennung, Auto-Hold, 17-Zöller sowie Smart Key und Spurfolgeassistent serienmäßig mit an Bord. Die weitere Versionen „Silber” und „Gold” bieten Stück für Stück mehr und bei der Topversion „Platin” (ab € 45.190,–) sollte einem echt nichts mehr abgehen.
Wir summieren: potenter Stromer mit tollem Fahrgefühl und attraktivem Crossover-Look ohne Reichweitenangst.


Kia e-Niro € 42.390,–

Motor: Elektromotor, Batterie: 64 kWh
Leistung: 150 kW/204 PS
L/B/H: 4375/1805/1560 mm
Testverbrauch: 15,4 kWh/100 km
MVEG-Verbrauch*: 15,9 kWh/100 km
CO2-Emission: 0 g/km
0–100 km/h; Spitze: 7,8 s; 167 km/h
Kofferraumvolumen: 451–1405 Liter
*) INNERORTS/AUSSERORTS/KOMBINIERT


ARBÖ-Fazit:

Plus: Platzangebot, Ausstattung, sehr angenehmes Fahrgefühl, hohe Reichweite.
Minus: Hoher Preis, angegebene Ladeleistung konnte nicht erreicht werden (siehe links).