Im Sparverein

Intensivtest Toyota RAV4

Viel Platz und wenig Durst – der Hybrid-Pionier überzeugt in der fünften Generation mit ausgereifter Technik und handfesten Talenten.

Verbrauch, Emission und Sprit- Effizienz werden bei Autos im mer wichtigere Faktoren. Dochauch wenn die E-Mobilität unaufhaltsam voranschreitet – nicht jeder kann immer Strom tanken. Für jene, die schwer an Ladesäulen kommen, kann ein Vollhybrid durchaus auch eine Alternative zu einem Plug-in mit Stecker oder einem sparsamen Diesel darstellen.

Wir luden den RAV4 von HybridPionier Toyota zu einem Intensivtest. Neben der kürzlich erschienenen Plugin-Variante ist der RAV4 auch als besagter „normaler“ Hybrid ohne Ansteckmöglichkeit zu haben, die Dieselversion wurde übrigens gänzlich gestrichen.

Kantig und ausdrucksstark präsentiert sich unser silberfarbener Dauergast. Mit seinem eleganten schwarzen Dach samt gleichfarbigen Felgen und wuchtigen Radkästen kommt er ziemlich edel daher und zieht öfters so manche Blicke auf sich.

Kräftig & harmonisch. An Kraft mangelt es dem Toyota nicht: Der RAV4 serviert stramme 218 PS Systemleistung aus einem 2,5-l-Benziner (178 PS) in Kombination mit einem 120-PS-Elektromotor. Seine 6,5-Ah-Batterie wird dabei ausschließlich vom Benzinmotor bzw. durch Rekuperation geladen – quasi ein geschlossenes System. Der E-Motor entlastet nach Möglichkeit den Vierzylinder bei seiner Arbeit, was letztlich unterm Strich Kraftstoff spart. Dies geschieht beim Anfahren, Tempohalten und Beschleunigen.

Lautlos und ausgesprochen harmonisch rollt das gut Viereinhalb-MeterSUV damit durch den Verkehr. Beson ders angenehm und entspannend ist das Hybrid-System dabei im städtischen Stop-and-go-Verkehr, hier merkt man Toyotas langjährige Hybrid-Erfahrung. Rein elektrisch ist nach ein, zwei Kilometern Schluss, dann schaltet sich der an sich leise Vierzylinder hörbar, aber nicht störend dazu. Das spezielle Motoraufheulen durch das stufenlose CVTGetriebe beim Beschleunigen (immer konstante Drehzahl ohne Durchschalten) erfolgt zwar schon etwas angenehmer, muss man aber in Kauf nehmen.

In der von uns gefahrenen 2WDVersion kann es dann auch vorkommen, dass bei zu forschem Gasfuß die Kraft spürbar an den Antriebsrädern zerrt – hier machen die € 3600,– Aufpreis für den Allradantrieb durchaus Sinn. Auch lassen sich dann bis zu 1650 kg (statt 850 kg) an den Anhängerhaken nehmen.

Sparmeister. Derzeit weist der Bordcomputer bei einem ausgeglichenen Mix aus Stadt, Umland und etwas Autobahn einen Verbrauch von 5,7 l/100 km aus, wir waren aber auch kurz schon einmal auf 5,6 Liter – was für ein SUV dieser Größe einen Top-Wert darstellt! Obwohl ein Hybrid auf der Autobahn seine Vorteile kaum ausspielen kann, muss man sich im RAV4 auf der Langstrecke nicht vor übertriebener Trinkfreudigkeit fürchten. Hier können es gut ein, zwei Liter mehr werden.

Innen. Wie das Äußere, wurde auch das Interieur kantig angerichtet. Im Cockpit finden sich noch „echte“ Bedientasten, was den Umgang ungemein erleichtert. Ein bisserl „old School“ wirkt da eher die kleine Kartendarstellung des Navi, die nicht das volle Bildschirmformat ausnützt. Verarbeitung und Materialien überzeugen, lediglich der Hartkunststoff im üppigen Kofferraum (580 Liter) wirkt etwas lieblos, was im Laufe der Zeit zu unschönen Kratzern durch Ladegut führen kann.

Komfort- und sicherheitstechnisch bereits in der Basis gut ausgestattet, finden sich in der Style-Version obendrauf noch feine Details wie u. a. LEDLicht, Rückfahrkamera, JBL-Sound, Textil-/Leder-Sitze, elektrischer Fahrersitz, induktives Handyladen, Dach und 18-Zoll-Felgen in Schwarz.

Unterm Strich ein technisch solides Familien-SUV mit reichlich Platz und großem Sparpotenzial durch ausgereifte Hybrid-Technik, dadurch preislich auch etwas höher positioniert.

 

 

 

Toyota RAV4 2,5 2WD - EUR 36.990,–

Motor: R4, Hybrid-Benziner, 2487 ccm
Systemleistung: 160 kW/218 PS
Drehmoment: 221 Nm von 3600–5200/min
Antrieb: stufenloses CVT-Getriebe, Frontantrieb
L/B/H: 4600/1855/1685 mm
Eigen-/Gesamtgewicht: 1675/2135 kg
Kofferraum: 580–1690 l
Testverbrauch: 5,7 l/100 km
MVEG-Verbrauch komb.: 5,7–5,8 l/100 km
CO2-Emission: 129–131 g/km
0–100 km/h; Spitze: Spitze: 8,4 s; 180 km/h
Anhängelast gebr./ungebr:               ungebr./gebr.: 750/800 kg

ARBÖ-Fazit:

Plus: Solides Familien-SUV, geräumig, sparsam,große Hybrid-Kompetenz, gutmütiges und sicheres Fahrverhalten.
Minus: Elektrische Heckklape könnte rascher öffnen, kleine Kartendarstellung des Navi.