Ford Kuga Hybrid Vignale

Starke Persönlichkeit

Man sollte ja, zumindest beim seriösen Autotest, keine persönliche Bindung zum Wagen aufbauen – was sich diesmal leider wirklich nicht vermeiden ließ. Ein Ausflug mit Freunden war schuld für eine Namensänderung des Kuga: „Ganz schön viel Fußraum hinten hat die Karre!”. Der missverstehende Beifahrer: „Was ist mit der Karin?” Mit dem folgenden Gelächter wurde der Kuga fortan zur Karin – und sie war sehr nett zu uns.

Sie hat ja auch ein großes Herz. Oder genauer gesagt: derer sogar zwei. Unter der Haube sitzen ein 2,5-Liter großer Benziner (112 kW/152 PS) sowie ein Elektromotor (92 kW/125 PS), die es gemeinsam auf eine Systemleistung von 140 kW oder 190 PS bringen. Das bringt nicht nur ein beachtliches Beschleunigungsvermögen, sondern auch erstaunliche Verbrauchswerte – im positiven Sinne. Ford verspricht mit dem 54 Liter fassenden Tank Reichweiten von über 1000 Kilometern – der Kuga, pardon, die Karin hat dieses Versprechen auch eingelöst. Freilich spielt der Hybrid seine Asse im urbanen Bereich aus – also dort, wo man öfters beschleunigt und bremst und dem System somit genug Chancen bietet, Bremsenergie zu rekuperieren. Allerdings hat uns Karin bei besagtem Ausflug ins schöne Salzkammergut beeindruckt, wie oft und auch weit man rein elektrisch unterwegs sein kann. Längere Autobahnbaustellen wurden beispielsweise ohne Verbrenner durchmessen, ebenso dort häufig auftretende 70er-Zonen auf den Bundesstraßen. Unterm Strich ergab sich ein Durchschnittsverbrauch von 5,4 Litern – ein Wert, den man selbst mit vergleichbaren Dieseln nur mit sensibler Behandlung des Gaspedals erreicht.

Die beiden Herzen sind übrigens mit einem CVT-Getriebe an die Räder gekoppelt. Um den „Gummiband-Effekt” – also das Aufheulen des Motors bei starker Beschleunigung – zu vermeiden, wurden dem Kuga Fahrstufen einprogrammiert, was in der Praxis wirklich fein funktioniert. Klingt wie gewohnt, die Karin. Des weiteren werden – im Gegensatz zur Plug-In-Variante – alle vier Räder angetrieben.

Nobel. Als Vignale lässt der Kuga kaum Wünsche offen. Exemplarisch seien die Volllederausstattung, die vorne und hinten beheizbaren Sitze und das B&O-Soundsystem hervorgehoben. Sogar Metalliclack gibt es serienmäßig, solange die Farbe silber heißt. Mit € 47.520,– ist das Vergnügen zwar nicht ganz billig, fairerweise sei darauf hingewiesen, dass der gleich ausgestattete Diesel mit € 49.070,– zu Buche schlägt.

 

Ford Kuga Hybrid Vignale - EUR 47.520,–

Motor: R4-Benziner, 2488 ccm
Leistung Benzinmotor: 140 kW/190 PS
L/B/H: 4629/1883/1680 mm
Testverbrauch: 5,4 l/100 km
MVEG-Verbrauch komb.: 5,7 l/100 km
CO2-Emission: 130 g/km
0–100 km/h; Spitze: 9,5 s; 196 km/h
Anhängelast gebr./ungebr: 486–1481 kg

ARBÖ-Fazit:

Plus: Flottes Fahrwerk, tolle Ausstattung, geringer Verbrauch.
Minus: Nicht ganz günstig.