Flower-Power

Gartenreisen. Österreichs Schau- und Erlebnisgärten bieten Entspannung in der blühenden Natur und so manche Inspiration für die eigene Grünoase.

Garteln“ liegt als naturbetonter Ausgleich zur Arbeit voll im Trend, selbst gezogenes Grünzeug auf dem Teller gehört zum guten Ton. Säen, pflanzen, jäten und ernten gehören derzeit zu unseren Lieblingsbeschäftigungen. Als große Vorbilder bieten öffentlich zugängliche Schau- und Erlebnisgärten nicht nur Entspannung unter Blüten, sondern auch Anregungen für den persönlichen grünen Daumen.

Gartenland NÖ. In den letzten Jahren mauserte sich Niederösterreich zum Gartenland Nummer 1, mehr als 90 der führenden Schau- und Erlebnisgärten schlossen sich auf der Plattform „Natur im Garten“ zusammen (www.naturimgarten.at/schaugärten). Sie alle werden streng ökologisch nach den Prinzipien von „Natur im Garten“ (z. B. Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide und Dünger sowie den „Klimakiller“ Torf) gepflegt.

Zentrum der Gartenkunst ist die Region Langenlois im südlichen Waldviertel: In den Kittenberger Erlebnisgärten in Schiltern laden auf 60.000 m² 50 Themengärten zu einem Blütenspektakel ein. Zusätzlich warten die weltgrößte Kräuterspirale und der Gartenzwerge Irrgarten (www.kittenberger.at). Gleich ums Eck, im Garten des Barockschlösschens Schiltern, verschreibt sich die Arche Noah der Rettung grüner Raritäten: Tausende vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten und in Vergessenheit geratene Gemüse- und Obstsorten werden von der international tätigen Initiative Arche Noah streng biologisch kultiviert (www.arche-noah.at). Eine Vielzahl an Veranstaltungen bietet der Gartensommer Niederösterreich (Mai bis September) in Langenlois und Schiltern – heuer unter dem Motto „Gärten in Veränderung – der Wandel als Gestalter“ (www.gartensommer2021.at).

Tulln ist selbst ernannte Gartenstadt und macht als solche die zahlreichen großzügigen, biologisch gepflegten Natur- und Grünlandschaften inmitten der Stadt mit allen Sinnen erlebbar (www.tulln.at/gartenstadt). Die barrierefreie Erlebniswelt „Die Garten Tulln“ offeriert 70 verschiedene Schaugärten und einen 30 Meter hohen Baumwipfelweg (www.diegartentulln.at).

Baden bei Wien blickt als ehemals kaiserliche Sommerresidenz auf 200 Jahre Rosen-Tradition zurück, heute begeistern im größten Rosarium Österreichs mehr als 30.000 duftende Rosenstöcke. Von Mitte Juni bis Mitte Oktober präsentiert hier das Festival La Gacilly-Baden Photo zusätzlich eine Freiluftgalerie mit allerbester Fotokunst (www.tourismus.baden.at, www.festivallagacilly-baden.photo).

Die Königin der Blumen (wie die Rose genannt wird) ist die große Leidenschaft von Familie Gruber: Ihr Rosarium in Fraham (Oberösterreich) gefällt mit einem barocken Rabattgarten sowie duftenden Staudenbeeten, Rosenbäumchen und Pfingstrosen (www.rosarium-gruber.at). Übrigens: Einen guten Überblick über die zahlreichen Schaugärten Oberösterreichs liefert www.oberoesterreich.at/gaerten.

Historische Gartenkunst und Heilkräuter. Schloss Hof in Niederösterreich war im 18. Jahrhundert ein prachtvoller Sitz der Habsburger und glanzvolle Bühne für grandiose Feste. Speziell dem Garten galt die uneingeschränkte Bewunderung der Zeitgenossen. Nach Jahren der Revitalisierung strahlt er in neuer Pracht und lädt u. a. zum Picknick im Grünen ein (www.schlosshof.at).

„Blumen und Kräuter sind das Lächeln der Erde“, sind sich die Padres des Benediktinerstiftes Admont in der Steiermark sicher. In ihrem Kräutergarten verfolgen sie das mittelalterliche Prinzip des Nebeneinanders von Heil- und Zierpflanzen. In sechs geometrischen Feldern „lächeln“ 1000 verschiedene Pflanzenarten (www.stiftadmont.at).

Den größten Bio-Heilkräutergarten Österreichs finden Interessierte in Klaffer im Böhmerwald (OÖ); der Wohlfühlund Erlebnisgarten des Zentrums für Hildegard-Medizin bei Mattighofen (OÖ) informiert über natürliche Heilmittel und Arzneien (www.heilkraeutergarten.at, www.hildegard.at).

Der Duft von Lavendel, Rosmarin und Verbene strömt durch den Haydn Kräutergarten in Eisenstadt: Die kleine Barock-Grünoase wurde im 18. Jahrhundert von der Ehefrau Joseph Haydns angelegt (www.haydnhaus.at).

Würzen und Heilen sind Intention des Kräutergartens Hollersbach im Salzburger Oberpinzgau. Dem Prinzip des „Goldenen Schnitts“ folgend, stehen hier über 500 verschiedene Heilpflanzen Spalier. Highlights sind der begehbare ökologische Fußabdruck und das Heckenlabyrinth (www.mittersill.info).

Im Kärntner Kräuterdorf Irschen ermöglicht ein gemeinschaftliches Dorfprojekt, in mehr als 300 Haus und Bauerngärten alpine Heil- und Gartenkräuter sowie Wildpflanzen zu verkosten und alles über ihre wohltuenden Wirkungen zu erfahren (www.kraeuterdorf.at).

Der Zitrusgarten in Faak am See (Kärnten) zeigt über 280 Arten Zitronen, Orangen und Mandarinengewächse aus aller Welt. Mit dabei antike Sorten aus Medici-Sammlungen des XVI. Jahrhunderts, exotische Exemplare aus Fernost, Afrika und Amerika sowie neuere aus Australien (www.zitrusgarten.at).