Thors Hammer

Schon gefahren: Polestar 2. Schwedens Antwort auf Tesla & Co.

Zugegeben: Es ist noch ein bissl schwer, die Marke Polestar einzuordnen. Ursprünglich als Haus- und Hoftuner von Volvo bekannt, wurde in Folge eine reine Elektromarke daraus. Dieses Alleinstellungsmerkmal ist seit Volvos jüngster Ankündigung, ab 2030 ausschließlich elektrisch angetriebene Modelle anzubieten, auch dahin. Thomas Ingenlath, der Polestar-Chef, verspricht jedenfalls, dass mit jedem neuem Modell das Design eigenständiger werden soll und man im Vergleich zu Volvo mehr in Richtung Fahrdynamik orientiert agieren möchte.

Wo wir mitten beim Polestar 2 sind: Mit 408 PS aus zwei Elektromotoren ist dieser alles andere als brustschwach motorisiert - und ganz klar gegen den Tesla Model 3 aufgestellt. Mit den 78 kWh fassenden Batterien sollten sich laut Werk 470 km Reichweite machen lassen, so man nicht permanent das volle Beschleunigungsvermögen abruft (4,7 Sekunden auf 100 km/h!). Die Ansage mit dem Fahrspaß ist durchaus ernst zu nehmen: Durch den tiefen Schwerpunkt - den Batterien sei’s gedankt - liegt der Polestar äußerst neutral, lässt sich mit der feinfühligen Lenkung präzise um die Kurven zirkeln. Dabei bleibt das Fahrwerk stets straff, aber auf der versöhnlichen Seite. Wer es hingegen wirklich ernst meint, kann um 6.000 Euro das Performance-Paket bestellen, das neben verstellbaren Öhlins-Dämpfern auch eine Brembo-Bremsanlage umfasst. Oben drauf gibt es noch 20 Zoll große Alufelgen mit goldenen Ventilkappen (passend zu den Bremssätteln) sowie goldene Sicherheitsgurte. Eben Design-Spezereien, für die die Schweden bekannt sind. Dieser Charme schwelt auch im Innenraum, der hochmodern wirkt, in Sachen Bedienung mit Android-Betriebssystem auch ist und erfreulicherweise keine Rätsel aufgibt.

Auch der Vertriebsweg ist originell gewählt: Kaufen kann man den Polestar 2 ab 55.900 Euro ausschließlich online, nur um ihn dann beim Polestar-Partner - sprich: beim ausgesuchten Volvohändler - abholen zu können.