Der Schlagerstar

Dacia bringt Neuauflage von Sandero und Sandero Stepway. Was sie können.

Man muss gewiss keine hellseherischen Fähigkeiten haben, um vom neuen Sandero zu behaupten: der wird ein Hit. Und das liegt sicher nicht nur an der Preisgestaltung. Zwar bekommt man die Einstiegsversion schon ab 8.790,– Euro, doch die dient nur dem Lockruf in der Werbung.


Der Sandero gehört zwar grundsätzlich mit seinen 4,09 Metern Länge zur Liga der Kleinwagen, er fühlt sich allerdings nicht so an. Zum Vergleich: Ein Vierer-Golf ist exakt gleich lang. Auch der Kofferraum geht mit seinen 320-1200l Fassungsvermögen durchaus in Ordnung.

Außen biegt die neue Generation mit einer selbstbewussten Schnauze um’s Eck, auch die Seitenlinie schaut durchdesignt aus. Nur am Heck hätten wir uns ein bissl mehr Einfallsreichtum gewünscht, denn da sitzt immer noch die schmutzfangende Griffkuhle für den Heckdeckel. Sei’s drum: Drinnen hat der Sandero wirklich gewonnen. Natürlich sind wir hier kilometerweit von Premium entfernt, allerdings sind die verwendeten Materialen wirklich ansehnlich und ordentlich verarbeitet. Kurz: Es gibt nix, was einem offensichtlich als billig ins Auge hüpft.


Selbiger Eindruck gilt auch beim Fahren. Das Fahrwerk schluckt tapfer Bodenunebenheiten weg und übt sich bei Poltergeräuschen in nobler Zurückhaltung. Dass die Lenkung gewöhnungsbedürftig leichtgängig ist, verbuchen wir unter Eigenart. Und das Turboladerzischen, welches im Plattformbruder Clio quasi nicht vorhanden ist, erinnert einen auf charmante Weise akustisch daran, bares Geld gespart zu haben.


Stichwort Geld: Eingangs erwähnte Basisversion (Access) trägt den 65-PS-Dreizylinder-Sauger unter der Haube, hat keinen Radio an Bord und kann nicht einmal gegen Aufpreis mit Klima bestellt werden. Man beschränkt sich also besser auf die beiden anderen Austattungsvarianten Essential und Comfort, welche übrigens auch gegen rund einen Tausender Aufpreis als höhergelegter „Stepway“ zu haben sind. Ebenso würden wir zum zweiten angebotenen Motor – einen 90 PS-Dreizylinder-Turbo – raten. Dieser steht dank seines Drehmoments gut im Saft, lässt sich dadurch auch schaltfaul bewegen – und ist obendrein auch mit einer CVT-Automatik lieferbar. Somit beginnt das Leben ohne Verzicht bei rund 11.000 Euro, der bestausgestattete Stepway Comfort mit Automatik belastet mit 14.690 Euro das Börsel.