Urbane Mobilität

Ich bin mal schnell weg ...

Shared Mobility. Leihfahrzeuge direkt vor der Haustüre als Mobilitäts-Lösung in Städten.

E-Bike oder E-Scooter direkt in der Wohnanlage ausleihen oder auch einmal ein Elektroauto gleich ab der Haustür nutzen – was sich hinter dem modernen Begriff „Shared Mobility” verbirgt, kann auf gut wienerisch als „Grätzel-Mobilität zum Ausborgen” bezeichnet werden. Also quasi Mobilitäts-Lösungen für den Nahbereich in Städten, und das direkt vor Ort. Für den schnellen Weg können spezielle Leihfahrzeuge gleich direkt „im Grätzel” (z. B. im eigenen Wohnblock) unkompliziert genutzt werden, um mit dem E-Bike rasch zum Supermarkt oder mit dem E-Scooter schnell mal zum Termin „ums Eck” zu gelangen. Das erspart neben kostspieligem Fahrzeugbesitz auch noch Zeit, da man direkt von zu Hause weg starten kann, und trägt obendrein auch zur Verkehrsberuhigung bei.

Die Stadt Wien unterstützt eine Vielzahl an Sharing-Dienstleistungen. Ein wichtiger Anbieter hinsichtlich diverser Mobilitätsangebote ist das Wiener Unternehmen MO.Point (www.mopoint.at). Zusammen mit Immobilien- und Quartiersentwicklern setzt sich MO.Point für Planung, Konzeption und Aufbau von Shared-Mobility-Services ein und kümmert sich insbesondere um Parkräume, Stellplatzregularien und geeignete Fahrzeuge. Der Fokus liegt dabei vor allem auf MobilitätsLösungen am eigenen Standort, aber auch für die letzten Meter. Das heißt von der Bus- oder U-Bahn-Haltestelle bis zur Haustüre oder zum Bürogebäude oder Supermarkt. Zu der großen Auswahl an Fahrzeugen zählen unter anderem E-Cars, E-Bikes und EScooter. Die entwickelten Lösungen haben den Vorteil, dass sie nicht nur kurzfristig und schnell, sondern auch unkompliziert genutzt werden können.

„Unsere Besonderheit und unser Vorteil liegt sicherlich in der unternehmerischen Kombination aus Planungsbüro und Mobilitätsdienstleister. Einerseits profitieren wir bei der Planung von Mobilitätslösungen von den jahrelangen Erfahrungen aus dem Betrieb von Shared-Mobility- Fahr zeugen und andererseits können wir aufgrund der bedarfsgerechten Planung unseren Shared-Mobility-Betrieb effizienter gestalten”, erklärt MO.PointGeschäftsführer Stefan Melzer das Alleinstellungsmerkmal.

Als erster „Mobilitäts-Nahversorger” eröffnete 2016 MO.Point den MobilityPoint in der Perfektastraße in Wien 23. Die Bewohner und Bewohnerinnen eines Wohnbauprojektes mit 115 Wohneinheiten können dort auf ein standortgebundenes Sharing-Angebot zugreifen. Besonders beliebt sind Leih-E-Bikes, da der nahe gelegene Wienerwald zu tollen Radtouren einlädt. Auch hier wird schnell bewusst, dass das maßgeschneiderte Implementieren von Sharing-Angeboten eine zentrale Rolle spielt.

So wie viele Bewohner jener Anlage in der Perfektastraße freut sich auch Roman über das Angebot: „Ich bin vom Lastenfahrrad begeistert. Es ist nicht notwendig, jedes Mal mit dem Auto zum Supermarkt zu fahren.” Selbst größere Einkäufe habe er – inklusive Töchterchen – bereits mit dem Lastenfahrrad transportiert. „Damit kommt man gut voran.”

Mittlerweile gibt es mehrere Standtorte in Wien, darunter u. a. am Areal des Nordbahnhofs, im DC-Tower, im Sonnwendviertel Ost in Wien 10 und in der Biotope City am Wienerberg.

Eine weitere richtungsweisende Mobilitätslösung nennt sich LEOmobil. Um alltägliche Wege bequemer zu gestalten, werden seit Anfang 2019 auf dem Areal des ehemaligen Gaswerks Leopoldau in Wien 21 auch alternative Fortbewegungsmittel angeboten. LEOmobil bietet den 3000 Bewohnerinnen und Bewohnern neben Elektroautos auch E-Scooter und E-Bikes zum Leihen an. Dadurch ist eine autofreie Anbindung an die nahe U1 und die Schnellbahn möglich.

Auch im Gewerbe- und Businessbereich steigt die Nachfrage nach Sharing-Lösungen massiv. So implementierte beispielsweise MO.Point im Oktober 2019 im DC-Tower (Bürogebäude in Wien-Donaustadt) verschiedenste Sharing-Angebote für die rund 3000 Angestellten im Gebäude. Für private als auch dienstliche Fahrten können E-Auto, E-Bikes, E-Scooter und sogar E-Lastenräder geliehen werden.

Entscheidend für ein attraktives urbanes Mobilitätsangebot ist insbesondere die Multimodalität, deshalb soll künftig verstärkt mit den ÖBB, den Wiener Linien und anderen ÖPNV-Anbietern zusammengearbeitet werden. Auch eine Ausweitung dieser Ideen Richtung Deutschland und Schweiz wird angestrebt.