Einen Tag lang helfen

Reportage. So abwechslungsreich kann der ARBÖ-Pannendienst sein. Wir begleiteten ARBÖ-Technikerin Samra Selimovic einen Tag lang von Einsatz zu Einsatz.

Es ist Mittwochmorgen, 9 Uhr – heute begleite ich ARBÖ- Technikerin Samra bei ihrem Pannendienst-Einsatz. Samra ist eine von aktuell vier Technikerinnen im ARBÖ. Die 25-Jährige hat Benzin im Blut, schon von Kindheit an hat sie die Autowerkstatt ihres Vaters hautnah miterlebt. Und so war es für sie nur logisch, beruflich später irgendetwas mit Autos zu tun.

Bereits nach wenigen Minuten, wir beginnen gerade mit unserem Gespräch, erhält Samra bereits den ersten Notruf: „Das Auto will nicht anspringen!“ Wir steigen ins Pannenauto und fahren vom ARBÖ-Prüfzentrum in WienFloridsdorf rasch zur ersten Panne. Angekommen am Einsatzort, beruhigt Samra das aufgeregte ARBÖ-Mitglied und fragt den jungen Mann nach dem Problem. Rasch ist klar, dass die Batterie streikt und das Auto Starthilfe benötigt. Samra rollt die Starthilfekabel aus, schließt diese an der leeren Batterie an und startet das Pannenauto, um Strom an das liegengeblie bene Auto zu spenden. Bereits nach kurzer Zeit ist das Problem der leeren Batterie behoben. Zur Not hätte Samra auch einige der gängigsten Batterien für einen Tausch mit an Bord.

,,Mein Job ist sehr abwechslungsreich und spannend. Ich helfe Menschen gerne und gebe mein Bestmögliches, ihre Probleme rasch zu beheben‘‘, schwärmt Samra über ihren Job.

Rasche Hilfe. Nach einer kurzen Verschnaufpause lässt auch der nächste Notruf nicht lange auf sich warten. Dieses Mal erhält Samra ihren Einsatz per Pannen-Kommunikationssystem. So hat sie neben den Mitgliedsdaten auch gleich eine kurze Pannenbeschreibung sowie den genauen Pannenort gleich am Display, der direkt ins Navi übernommen werden kann. Am Einsatzort angekommen, warten schon eine junge Mutter und ihr Kind auf die ARBÖ-Hilfe. Diesmal handelt es sich um eine Reifenpanne. Rasch ist die Lage der Seitenwand leicht beschädigt. Da kein Reserverad an Bord ist, darf mit diesem beschädigten Reifen nur noch bis zur nächsten Werkstätte gefahren werden. Samra checkt noch rasch den Luftdruck und weist auf die möglichen Gefahren bei einer weiteren Benutzung hin. Ich bin beeindruckt, wie locker und professionell die Pannenfahrerin diese Situation meistert. Zum Abschluss schenken wir dem Mädchen noch einen Plüschtier-,,Barry‘‘, das Maskottchen der ARBÖ-Pannenhelfer, den Samra zufällig mit im Gepäck hatte.

Kurz vor der wohlverdienten Mittagspause noch ein weiterer Notruf, der uns in eine Parkgarage führt. ,,Pannen in Parkgaragen sind nichts Unübliches, es kommt häufiger vor, als man denkt“, erklärt Samra. Angekommen beim ARBÖ-Mitglied, klagt dieser über eine Fehlermeldung am Display seines Autos. Die Technikerin weiß sofort, was zu tun ist, und führt eine elektronische Fehlerdiagnose durch. Dabei wird der Fehlerspeicher des Fahrzeugs ausgelesen und Samra erhält eine Diagnose. Durch eine zu schwache Batte rie im Autoschlüssel wurde dieser vom Wegfahrsteuergerät nicht erkannt und der Wagen sprang nicht an. Nach Löschung der Fehlermeldung und der speziellen Notplatzierung des FunkSchlüssels zwecks Startfreigabe kann das Fahrzeug wieder in Betrieb genommen werden.

Profi-Hilfe. Auch am Nachmittag geht es ähnlich weiter. Es stehen noch vier weitere Pannen mit Starthilfen, Elektronikproblemen sowie ein Panneneinsatz mit einer Abschleppung auf dem Programm. Alles erfolgt bei Samra stets mit guter Laune und höchster Professionalität.

Am Ende des Tages waren nicht nur unsere ARBÖ-Mitglieder, sondern auch die Pannenfahrerin zufrieden. Und ich durfte einen spannenden Blick hinter die Kulissen werfen und bin wirklich begeistert, wie einwandfrei alle Pannen behoben werden konnten. Für Zahlenfreunde: Allein im vergangenen Jahr hatte der ARBÖ insgesamt 105.000 Panneneinsätze, wovon 97 Prozent direkt an Ort und Stelle behoben werden konnten. Eine Abschleppung wurde nur dann durchgeführt, wenn eine sofortige Reparatur nicht möglich war.

Für mich war es ein in Summe sehr ausgefüllter und abwechslungsreicher Tag mit vielen unterschiedlichen Menschen und Geschichten. „Es gibt Tage, da ist kaum etwas los, und dann wiederum hast du zehn oder mehr Pannen am Tag – das ist dann schon anstrengend“, resümiert Samra. „Das kann man halt nicht planen.“ Für mich steht jedenfalls fest. Auf den ARBÖ ist Verlass – und das kann man definitiv fix einplanen!