Bodybuilder und Ausdauersportler

Motorrad & Roller 2020. Die kommende Saison bringt neue Rekordhalter, aber auch volksnahe Bikes für überschaubare Budgets. Freie Fahrt bringt einen Überblick.

Die Branche kann sich bereits seit Jahren über Rückenwind freuen: Die Zulassungszahlen konnten 2019 erneut zulegen. Speziell die 125er-Motorräder und -Roller stiegen in der Gunst der Käufer – und erstmals nach vielen Jahren wechselten auch die Mopeds von Rot auf Grün. In Summe wurden 40.665 motorisierte Zweiräder neu zugelassen, um 6,6 Prozent mehr als 2018. Damit liegt auch der Fahrzeugbestand mit rund 820.000 Einheiten auf einem Allzeithoch.

Noch eine Nebenrolle spielt bei den Einspurigen die Elektromobilität, allerdings beginnt sich im Rollerbereich ein Aufstieg abzuzeichnen. Beiden Mopeds erreicht der Elektroantrieb bereits einen Marktanteil von rund 14 Prozent, bei den 125erRollern immerhin rund 6,5 Prozent. Dieser Anteil wird in den nächsten Jahren stark steigen, da sind sich Experten einig – auch dank vieler neuer Modelle, die in den kommenden Jahren erwartet werden.

Bei den Motorrädern regiert indes noch das klassische Strickmuster, wenn auch in vielen neuen Ausprägungen. Und damit sind wir schon bei unserer Übersicht über die wichtigsten News der kommenden Saison.

BMW. Die Bayern erneuern ihre Mittelklasse und bringen mit dem Naked Bike F 900 R und dem Crossover-Sporttourer F 900 XR zwei neue Varianten in diese populäre Liga. Beide Bikes sind 105 PS stark, preislich attraktiv und lassen sich mit vielen Hightech-Goodies aufrüsten. Ebenfalls neu ist die 165 PS starke S 1000 XR. Im Frühherbst folgt der nächste Schritt: der große BayernCruiser namens R 18.

Brixton. Die junge österreichische Marke (gegründet 2015) hat heuer viel vor und bringt einen Schwung an bunten, auffällig designten 125erBikes. Im Fokus steht aber der erste Zweizylinder der Kremser, der in der puristisch-hübschen Crossfire 500 debütiert und mit 48 PS genau in die A2-Führerscheinklasse passt.

Ducati. Schon nach zwei Jahren verbessern die Italiener das meistverkaufte Superbike der Welt – die Panigale V4 – deutlich. Daneben befeuern sie mit dessen Motor ein neues Modell: die Streetfighter V4. 208 PS machen diesen Ausnahmeathleten zum stärksten Naked Bike im Serienbau. Updates in der Scrambler-Palette: Der Einstiegspreis in die 800er-Liga wird mit einer günstigeren Dark-Version gesenkt, die Scrambler 1100 bekommt einen Feinschliff und das Kürzel „Pro“.

Honda. Über Jahrzehnte verweigerte sich die Fireblade dem Wettrüsten, stand stattdessen für Ausgewogenheit. Damit ist nun Schluss: Die neue CBR1000 RR-R leistet 217 PS, setzt sich damit an die Spitze der japanischen SuperbikeLiga und soll als Homologationsmodell auch in der Superbike-WM für Erfolge sorgen. Bewährtes wird indes bei der Africa Twin verbessert: Der Motor wächst auf 1100 Kubikzentimeter, die Leistung auf 102 PS. Dazu bietet man mehr Ausstattung und Hightech, unter anderem Apple CarPlay auf einem riesigen TFT-Touchscreen. Zu guter Letzt wird einer der erfolgreichsten Roller Europas von Grund auf neu aufgesetzt: der SH125i, alternativ auch als SH150i erhältlich.

 

Harley-Davidson. Keine leichten Zeiten für die Amerikaner, die der schwache Heimmarkt und die Strafzölle unter Druck setzen. Bevor gegen Ende 2020 eine brandneue, flüssig gekühlte Modellreihe mit einem Adventurebike (Pan America) und einem Streetfighter (Bronx) debütiert, werden im Frühjahr Derivate der bestehenden Reihen ins Portfolio eingepflegt: die puristische Softail Standard und die klassische Low Rider S.

Husqvarna. Die Austro-Schweden verfeinern ihre Straßenmodelle im NewClassic-Design und senken parallel dazu deren Preise. Svartpilen/Vitpilen 401 besitzen nun längere Sitzbänke, Svartpilen/Vitpilen 701 werden mit Speichenrädern eleganter.

Kawasaki. Die fleißigste Truppe für 2020 hat seine Bestseller einer markanten Erfrischungskur unterzogen: Z900 und Z650 (mit Schwestermodell Ninja 650) präsentieren sich frischer und hochwertiger. Gleiches gilt für den Sporttourer Ninja 1000SX, der vormals Z1000SX hieß. Die spektakulärste Neuheit ist aber die Z H2 – ein Naked Bike mit 200 PS starkem Kompressorantrieb.

KTM. Auch bei KTM setzt man auf Leistung und zeigt die zweite Eskalationsstufe der 1290 Super Duke R – jetzt mit 180 PS. Eine Stufe drunter, aber nicht minder motiviert, erscheint die 890 Duke R mit 121 PS. Wer etwas bescheidener auftreten will, wird bei den Reiseenduros fündig: Dort zeigt die 390 Adventure (Bild), dass man auch mit 44 PS viel Spaß haben kann.

Moto Guzzi. Die Italiener legen kurz vor ihrem 100. Geburtstag ein ruhigeres Jahr ein, dessen Neuheiten aus Sondermodellen der V7 III und einer edlen Spezialversion der V85 TT namens „Travel“ bestehen.

Piaggio. Österreichs beliebtester Roller, der nicht Vespa heißt, wird heuer stark modifiziert: der Piaggio Medley 125/150. Neben markanten DesignRetuschen wurde der Antrieb leis- tungsstärker. Er hält nun bei 15 PS bzw. bei 16,5 PS in der Medley 150.

Suzuki. Hier steht alles im Zeichen der V-Strom 1050, die erneut auch als XT-Version zu haben ist. Neben einem Plus an Leistung (108 PS) und einem Design im 1990er-Jahre-Look stehen nun auch mehr elektronische Assistenten zur Verfügung.

Triumph. Die Briten waren ebenfalls fleißig, haben alle drei Versionen ihres Mittelklasse-Naked-Bikes (Street  Triple S/R/RS) aufgewertet, vor allem aber zwei Modelle völlig neu aufgelegt: die populäre Tiger 800 wuchs zur Tiger 900 und die einzigartige Rocket 3 ist mit 2,5 Litern erneut das hubraumstärkste Serienbike der Welt. Zu guter Letzt wurde auch der hauseigene Café Racer zur Thruxton RS weiterentwickelt.

Yamaha. Ein ruhigeres Jahr zeigt den 28 PS starken Dreirad-Scooter Tricity 300 als einzige große Neuheit. Deutlich verfeinert oder aufgewertet wurden das Superbike YZF-R1, der Sporttourer Tracer 700 sowie die kleinen Naked Bikes MT-125 und MT-03.

Vespa. Nach den Modellnews der Vorjahre beschränken sich die Italiener heuer auf bunte Sondermodelle, gestaltet vom Künstler Sean Wotherspoon oder nach dem Vorbild der frühen Jahre als „Racing Sixties“.