Viele Tiroler zieht es im Urlaub Richtung Süden – oft nach Italien, Slowenien oder Kroatien. Für diese drei Destinationen dient im Normalfall das Auto als Transportmittel.

 

Damit die An- und Rückreise so problemlos und sicher wie nur möglich erfolgen kann, hat der ARBÖ-Tirol einen Lokalaugenschein vorgenommen und mit Unterstützung der örtlichen Behörden sich direkt vor Ort ein Bild über die wichtigsten Verkehrsbestimmungen gemacht.

 

Und siehe da, es gibt einige Regelungen, die den Tiroler Autolenkern bis dato mit Sicherheit unbekannt waren.Auch wichtig: In allen drei Ländern gilt grundsätzlich die 0,5-Promille-Grenze. Der ARBÖ empfiehlt bei Reisen in diese Länder immer die grüne Versicherungskarte mitzuführen. Während in den EU-Staaten Italien und Slowenien der Reisepass lediglich als Identitätsnachweis dabei sein sollte, ist er in Kroatien auch für die Ein- und Ausreise zwingend notwendig.

Reisetipps für Italien

zona traffico limitato

(verkehrsberuhigte Innenstadtzone): In vielen (speziell norditalienischen) Stadtzentren gibt es solche Zonen, die mit dem Auto ohne Ausnahmegenehmigung (z.B. Bestätigung des Hotels) nicht befahren werden dürfen. Auch in Udine gibt es eine solche Zone. Viele davon sind videoüberwacht – da gilt dann besondere Vorsicht, denn: Wird in die Zone (zum Beispiel auf der Suche nach einem freien Parkplatz) öfters ein- bzw. wieder ausgefahren, wird jedes dieser Vergehen einzeln bestraft. Und die Strafen sind – wie in Italien leider üblich – saftig. Zusätzliches Problem: Die meisten Navis warnen nicht vor diesen Zonen.

 

Tutor-System

(eine Art section control):Diesbezügliche Hinweisschilder machen darauf aufmerksam, dass demnächst ein Autobahnabschnitt beginnt, auf dem über mehrere Kilometer die erlaubte Durchschnittsgeschwindigkeit gemessen wird. Auf dem Weg nach Udine gibt es gleich zwei solcher Abschnitte (und zwar in jede Fahrtrichtung).

 

Mautstelle

Eine besonders heikle Zone. Und zwar aus folgendem Grund: Da die richtige und zeitgerechte Einreihung zu den jeweiligen Zahlungsarten (Telepass, Viacard, Kreditkarte, Bargel mit oder ohne Bedienung) nicht immer ganz einfach ist, ist die Verlockung groß, kurz vor der Mautstelle die Spur zu wechseln oder gar kurz zurückzuschieben. Dies ist in Italien jedoch strikt verboten und wird rigoros sanktioniert. Deswegen der ARBÖ-Tipp: Besser auf der „falschen“ Spur bleiben, dann die Taste „Help“ oder „Assistenza“ oder „Richiesta di Interveniento“ drücken, sich vom Kontrollpersonal einen Quittungsstreifen ausdrucken lassen und diesen bei der nächsten „Punto blu-Infostelle“ begleichen als unerlaubt die Spur wechseln oder gar kurz zurückzuschieben.

 

Treibstoffkanister

Das Mitführen von Treibstoff in einem Reservekanister ist nur erlaubt, wenn dies in den speziell dafür vorgesehenen (feuerfesten) Metallkanistern geschieht. Das Mitführen von Treibstoff in Plastikkanistern ist strengstens verboten.

 

Kreisverkehr

Im Normalfall hat in Österreich der im Kreisverkehr fahrende Lenker Vorrang vor den in den Kreisverkehr einfahrenden Fahrzeugen. In Italien ist es meist genau umgekehrt. Hier hat – so nicht anders beschildert - der einfahrende Lenker Vorrang.

 

Warnweste im Tunnel

Diese Regelung kennen wohl nur absolute Insider. Wer in Italien mit dem Fahrrad durch einen Tunnel fährt, muss eine Warnweste tragen. Kein Scherz!

 

Abschleppen

Privates Abschleppen ist auf italienischen Autobahnen strengstens verboten. Bei einer Panne muss über die in regelmäßigen Abständen positionierten Notrufsäulen Hilfe geholt werden.

 

Reisetipps für Kroatien

Licht am Tag

Genau so wie in Slowenien gilt auch in Kroatien auch tagsüber die Verpflichtung mit Licht zu fahren. Allerdings nur von Oktober bis März.

 

Reservesprit

In Kroatien darf Reservesprit weder ein- noch ausgeführt werden.

 

Ersatzlampenset

In Kroatien muss immer ein Ersatzlampenset mitgeführt werden (Ausnahme Xenonscheinwerfer).

 

E-Card

In Kroatien wird die E-Card nicht anerkannt, unbedingt einen Urlaubskrankenschein mitnehmen.

 

Warnwesten

Auch in Kroatien müssen für alle Fahrzeuginsassen Warnwesten mit an Bord sein.

 

Promillegrenze

Für alle Autolenker, die das Alter von 24 Jahren noch nicht erreicht haben, gilt die 0,0 Promille-Grenze. Sonst 0,5 Promille.

 

Pickerl

Wie in Slowenien ist auch hier eine Einreise mit abgelaufenem Pickerl (innerhalb der österreichischen Toleranzfrist) nicht empfehlenswert. Es droht die Zurückweisung.

 

Blinken

In Kroatien besteht die Verpflichtung, während des gesamten Überholvorgangs zu blinken.

 

Vollmacht für minderjährige Kinder

Reisen minderjährige Kinder ohne ihre Erziehungsberechtigten (zum Beispiel mit den Großeltern) nach Kroatien, so ist es ratsam, das eigens dafür vorgesehene Formular (eine Art Vollmacht) mitzuführen.

 

Europäischer Unfallbericht

Es ist ratsam, diesen in Kroatien immer mitzuführen.

 

Schäden am Auto

Auffällige Karosserieschäden am Auto unbedingt vor der Einreise ausreichend dokumentieren, denn sonst könnte es bei der Ausreise zu Problemen kommen, da die örtlichen Behörden davon ausgehen, dass ein Unfall nicht korrekt gemeldet wurde.

Reisetipps für Slowenien

Licht am Tag 

In Österreich erst kürzlich wieder abgeschafft, gilt in Slowenien nach wie vor die Lichtpflicht auch tagsüber.

 

Warnwesten

Während in Österreich nur der Fahrzeuglenker eine Warnweste mitführen muss, müssen in Slowenien für alle Fahrzeuginsassen Warnwesten mit an Bord sein.

 

Ersatzlampenset

Bei Fahrten nach Slowenien sollte ein Ersatzlampenset mitgeführt werden (keine Pflicht!).

 

Autobahnvignette

Auf den slowenischen Autobahnen und Schnellstraßen herrscht Vignetten-Pflicht. Diese wird meist rigoros kontrolliert. Eine besondere Mautfalle stellt der Kreisverkehr vor Maribor dar, den viele durchfahrende Touristen nutzen, um dem teuren Maut-Wucher in Slowenien zu entkommen. Dieser Kreisverkehr gehört zwar nicht mehr zur Autobahn, ist aber trotzdem definitiv mautpflichtig. ARBÖ-Tipp: Vignette daher unbedingt schon in Österreich kaufen.

 

Pickerl

Der ARBÖ rät dringend davon ab, mit einem abgelaufenem Pickerl (das aber noch innerhalb der viermonatigen Toleranzfrist ist) nach Slowenien zu fahren. Denn es werden - obwohl rechtlich nicht korrekt - Touristen aus Österreich mit abgelaufenem Pickerl immer wieder an der Einreise gehindert.

 

Vollmacht für minderjährige Kinder

Reisen minderjährige Kinder ohne ihre Erziehungsberechtigten (zum Beispiel mit den Großeltern) nach Slowenien, so ist es ratsam, das eigens dafür vorgesehene Formular (eine Art Vollmacht) mitzuführen.

Der ARBÖ hat diese Reiseinformationen für Italien, Slowenien und Kroatien mit größter Sorgfalt zusammengestellt. Es handelt sich dabei allerdings „nur“ um eine demonstrative Aufzählung jener Regelungen, die in diesen drei Ländern für Urlauber von besonderer Bedeutung bzw. nicht wirklich bekannt sind. Wir ersuchen um Verständnis, dass für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hier gemachten Angaben keine Gewähr übernommen werden kann.

 
 

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