28.12.17

ARBÖ: Das müssen Autofahrer jetzt wissen

Jedes Jahr kommt es zum Jahreswechsel zu neuen Vorschriften für Autofahrer. Der ARBÖ gibt einen Überblick, was sich für Autofahrer ab kommenden Montag ändert.

Digitale Vignette
Mit dem „Vignetten-Jahr 2018“ kann das Autobahnpickerl nun auch digital erworben werden. Die Preise sind ident zur Klebevariante, allerdings startet die Gültigkeit aufgrund des Rücktrittrechts bei Käufen im Internet erst ab dem 18. Tag nach dem Kauf. Erhältlich ist die digitale Vignette vorerst nur über den Webshop der ASFINAG.

Neue Toleranzfristen bei der §57a-Pickerlüberprüfung
Bei bestimmten Fahrzeugklassen kommt es zu Veränderungen bei den Prüfintervallen und Toleranzfristen. So dürfen Taxis, Rettungsfahrzeuge sowie Krankentransporte künftig bereits drei Monate vor Ablauf des Pickerls zur §57a-Begutachtung kommen, dafür entfällt die Überziehungsfrist. Dies gilt für sämtliche Lkw-Fahrzeugklassen, also auch Kleintransporter und Fiskal-Lkw, sowie für Autobusse und Traktoren. So müssen beispielsweise Oldtimer-Besitzer bei der Prüfung die Genehmigungsdokumente sowie eine fahrtenbuchartige Aufzeichnung vorweisen. Änderungen soll es auch bei der Durchführung der Pickerlüberprüfung geben, diese sind gerade in Ausarbeitung.

Mopedführerschein:

Die für März geplante Einführung der Moped-Führerscheinprüfung am Computer wird aus derzeitiger Sicht vermutlich auf Anfang 2019 verschoben.

Verpflichtendes eCall-System

Alle neu genehmigte Pkw und Lkw mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von 
3,5 Tonnen müssen ab dem 1. März 2018 mit einem eCall-Notrufsystem ausgestattet sein. Bei einem Unfall sendet das System ein Notsignal aus und übermittelt wichtige Daten wie beispielsweise den Unfallort an die Rettungskräfte.

Normverbrauch-Messzyklusumstellung auf WLTP
Mit 1. September 2018 müssen alle  Neufahrzeuge die WLTP-Normverbrauchswerte ausweisen. Die Umstellung begann am 1. September 2017 und muss seitens der Hersteller bis Ende August 2018 komplett abgeschlossen sein. Dadurch werden bei Neufahrzeugen die Normverbrauchsangaben steigen. Finanzielle Folgen für die Autokäufer hat dies vorerst nicht, da das Finanzministerium zugesichert hat, dass bis Ende 2019 die Normverbrauchsabgabe nach dem NEFZ berechnet wird.


Doch nicht nur in Österreich kommt es zu Änderungen, auch in Deutschland gelten für Autofahrer neue Regelungen. Besonders wer in den Grenzgebieten in Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg unterwegs ist sollte auf Folgendes achten:


Höhere Strafen bei Verletzung der Winterreifenpflicht
Auch in Deutschland gilt die situative Winterreifenpflicht, demnach müssen Winterreifen am Fahrzeug montiert sein, sobald die Straße mit Eis, Schnee oder Schneematsch bedeckt ist. Künftig kostet dem Fahrer der Verstoß gegen die Winterreifenpflicht 60 Euro (80 Euro bei zusätzlicher Behinderung) und darüber hinaus muss der Zulassungsbesitzer des Fahrzeugs 75 Euro Strafe bezahlen.

Apropos höhere Strafen: Österreichs nördliche Nachbarn haben erst vor wenigen Wochen einige Verkehrsstrafen massiv erhöht. So müssen Autolenker, die keine Rettungsgasse bilden künftig mindestens 200 Euro bezahlen, bei Behinderung von Einsatzfahrzeugen mindestens 320 Euro. Auch die Handynutzung ohne Freisprecheinrichtung wurde erhöht und kostet nun mindestens 100 Euro.