Kürzer ist besser
Nur noch zwei Stellen hinter Komma bei Spritpreisen
Weniger Kommastellen sind leichter zu merken und besser zu vergleichen
Um Transparenz und Wettbewerb bei den Spritpreisen zu steigern, sollen die Spritpreise auf zwei Ziffern hinter dem Komma zu reduziert werden. Denn: Zwei Stellen hinter dem Komma sind besser zu sehen und leichter im Gedächtnis zu behalten. Damit fällt es den Autofahrerinnen und Autofahrern viel leichter, die Preise zu vergleichen und die günstigste Tankstelle herauszufinden. Das ist konsumentenfreundlicher und belebt den Wettbewerb.
Immerhin vergleichen die meisten Autofahrer (44 Prozent laut jüngster ÖKONSULT-Umfrage) die Preise während des Autofahrens. Änderungen an der dritten Kommastellen fallen weniger auf und sind komplizierter zu berechnen. Man braucht keine Blickforscherin zu sein, um zu wissen: Kürzer ist besser.
Beispiel: Wer etwa den Unterschied zwischen 0,949 und 0,942 Euro herausrechnen muss tut sich schwerer als beim Vergleich zwischen zweistelligen Ziffern 0,95 sowie 0,94 Euro.
Weitere Argumente für kürzere Zahlen
- Es gibt es im Handel keinen einzigen Artikel, der in dreistelligen Dezimalzahlen ausgepreist ist.
- Es gibt beim Zahlen als kleinste Einheit den Cent und keinen Zehntel-Cent.
- Es handelt sich bei den drei Dezimalstellen an den Tankstellen um ein Relikt aus der Umstellungszeit vom Schilling in Euro. Die rechtliche Grundlage dafür ist längst weggefallen, denn das Euro-Währungsangabengesetz (EWAG) gilt in Österreich schon seit 31. Dezember 2002 nicht mehr.
Zur Erinnerung: Um den Tankstellen die doppelte Preisauszeichnung in der Umstellungszeit zu ersparen (als noch beide Währungen galten) und ungerechtfertigte Rundungsdifferenzen zu verhindern, hat man seinerzeit bei den Tankstellen auf drei Dezimalstellen bestanden. Und: Drei Stellen hinter dem Komma hat es in Schilling-Zeiten an den Tankstellen niemals gegeben.
Auf lange Sicht besser fahren
Laut unserer Preisbeobachtung enden derzeit 65 Prozent der Spritpreise im Zehntel-Cent Bereich zwischen 5 und 9 (davon 62 Prozent zwischen 8 und 9), sodass bei einer Umstellung auf zwei Kommastellen und bei kaufmännischer Rundung geringfügige Preiserhöhungen nicht auszuschließen sind. Doch diese Anpassung findet nur einmal statt und hat nur einen geringfügigen Effekt. Dafür kann man in der Folge die Preise gezielter vergleichen und das Preisbewusstsein aller Autofahrerinnen und Autofahrer schärfen. Auf längere Sicht fahren die Konsumenten besser, wenn die Spritpreise transparenter und leichter vergleichbar sind.
Unterstützung im Sinne der Konsumenten
Sollten die Mineralölfirmen eine Umstellung auf zweistellige Dezimalzahlen nicht freiwillig durchführen, sind Regierung, zuständige Ministerien sowie das Parlament gefordert, im Sinne der Konsumenten für transparente Spritpreise und bessere Vergleichsmöglichkeiten zu sorgen.
Eine weitere Forderung ist, dass die Preise für die einzelnen Treibstoffsorten an den Anschlagstafeln vor den Tankstellen ("Totems") stets in der selben Reihenfolge ausgewiesen werden, zuerst Diesel, dann Eurosuper 95 und Normalbenzin. So ist es allen rascher möglich, "ihre" Sorte zu finden und zu vergleichen.




