7.09.18

Mit dem Wohnmobil durch Europa

So überwinden Sie mit dem Camper die Mauthürden in den wichtigsten Urlaubsländern

Die Urlaubszeit ist für viele der langersehnte Höhepunkt des Jahres. Der Alltag rückt in den Hintergrund und macht Platz für individuellen Freiraum mit der Möglichkeit neue Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln.

Ein unverkennbarer Trend beim Thema Urlaub ist das Verreisen mit dem Wohnmobil beziehungsweise Camper. Aus gutem Grund: Wer sich für diese Art des Reisens entscheidet, kann individuell und unkompliziert von Ort zu Ort ziehen und ist an keine fest gebuchte Unterkunft gebunden.

Wichtig ist für alle Wohnmobil- und Wohnwagenbesitzer, sich mit dem Thema Maut rechtzeitig auseinanderzusetzen. Besonders in Ländern mit streckenabhängiger Maut wie etwa,  Frankreich, Italien, Kroatien oder Spanien und Portugal, können entsprechendes Wissen und Vorbereitung böse finanzielle Überraschungen vermeiden.

Der Fahrer sollte sich vor der Abfahrt darüber bewusst sein, welches zulässige Gesamtgewicht sein Fahrzeug hat und gegebenenfalls auch, wie hoch es an der ersten Achse ist. Diese Daten sind oft sehr entscheidend. Bei Ländern mit zeitabhängiger Vignette, wie Österreich, der Schweiz, Slowenien oder Ungarn ist es relativ einfach. Fahrzeuge bis inklusive 3,5 Tonnen höchstzulässiges Gesamtgewicht benötigen eine Vignette. Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, auch Wohnmobile, gilt einen streckenabhängige und meist auch schadstoffabhängige Maut.

In Ländern mit generell streckenabhängiger Maut wird auf mautpflichtigen Straßen nach tatsächlich zurückgelegter Distanz und nach Kategorien gestaffelt gezahlt. Wer Zeit sparen möchte, kann dort die Maut auf elektronische Weise bezahlen, und zwar mit Mautboxen, die an die Windschutzscheibe des Fahrzeugs angebracht werden können. Mit diesen Geräten ist man an Mautstellen meist schneller, da Fahrer auf reservierten Spuren fahren können, während andere vor den Bezahlschaltern im Rückstau stehen müssen.

Entscheiden sich Wohnmobil-Fahrer in Frankreich für eine Mautbox, müssen sie nur die Fahrzeugklasse im Blick haben. Ist das Fahrzeug maximal 3,5 Tonnen schwer und hat es eine Höhe von bis zu 3 Metern- dann ist die Mautbox Liber-t die richtige Wahl. Ist das Fahrzeug aber über 3,5 Tonnen schwer oder hat es eine Höhe von über 3 Metern -  dann muss die Mautbox TIS-PL gewählt werden. Diese kann auch auf sämtlichen Mautstraßen Spaniens eingesetzt werden. In Spanien bietet sich ansonsten auch die Box VIA-T an.

In Italien, wo die streckenabhängige Maut mit der Mautbox Telepass bezahlt werden kann, ist die „Qual der Wahl“ einfacher.  Dort gibt es nur den Telepass für alle Fahrzeuge.

Der Telepass kann in Italien auch auf einer neuen Autobahn von großem Nutzen sein, die ein vollständig neuartiges Mautsystem namens Free Flow hat. Es handelt sich dabei um die Autostrada A36 in der Nähe von Mailand, oft auch als Pedemontana bezeichnet. Mautschranken gibt es dort keine mehr, stattdessen erfassen Sensoren die Kennzeichen durchfahrender Fahrzeuge. Doch Vorsicht: Fahrer müssen sich selbstständig um die Bezahlung der Maut kümmern, sonst können Bußgeldbescheide ins Haus flattern. Eine automatische Rechnungsstellung erfolgt auf dieser Mautstrecke nicht. Möglichkeiten, die Pedemontana zu bezahlen, sind u.a. eine Online-Registrierung (siehe pedemontana.com) oder ein Anruf bei der Servicenummer unter Angabe der Kreditkartendaten. Wer mit der Mautbox Telepass unterwegs ist, braucht sich auf der Autostrada A36 um nichts weiter kümmern, da damit auch diese Mautgebühren automatisch abgerechnet werden.

Portugal ist zwar ein relativ weit entferntes Reiseland, jedoch werden Destination wie die Algarve, Porto oder Lissabon  immer beliebter. Nicht wenige reisen trotz der relativ großen Distanz mit dem eigenen Fahrzeug, um vor Ort flexibler zu sein. Viele Mautstrecken in Portugal können nur noch elektronisch bezahlt werden. Eine Möglichkeit der elektronischen Bezahlung ist die ViaVerde-Box. Diese gibt es verschiedenen Klassen. Wohnmobile fallen in der Regel in die Klasse 2.

Eine Möglichkeit die Mautboxen zu bekommen, ist sie vor Ort zu kaufen. Eine weitere Option ist sie über die „tolltickets GmbH“ zu erwerben. Der Versand der elektronischen Mautboxen von tolltickets erfolgt in der Regel per Post, allerdings gibt es auch die Möglichkeit, die Geräte auf dem Weg an einer sogenannten Pickup-Station abzuholen. Dort sind die Mautboxen vorrätig. Eine der Pickup-Stationen befindet sich in Kärnten an der Raststation  Südrast – Dreiländerecke auf der Südautobahn (A2) kurz vor der Grenze zu Italien. Weiter Informationen zum Thema Mautboxen sind auf www.tolltickets.com zu finden.