5.07.18

Dem Ausbau des E-Tankstellennetzes in Wien müssen weitere Maßnahmen folgen

Für den Automobilklub ARBÖ ist das erste Etappenziel erfreulich. Für den wirklichen Elektroauto-Durchbruch ist die alleinige Verbesserung der Ladeinfrastruktur aber zu wenig.

Mit der heute präsentierten Zwischenbilanz zum Ausbau der E-Ladeinfrastruktur in Wien konnte ein erster Teilerfolg seitens der Bundeshauptstadt verbucht werden. „Von den angekündigten 1000 Ladepunkten sind wir zwar noch weit weg, aber zumindest ist das Bekenntnis vorhanden, die Infrastruktur für E-Autos zu verbessern und bis 2020 die fehlenden 800 Ladepunkte zu errichten“, so Günther Schweizer, Landesgeschäftsführer des ARBÖ-Wien, anlässlich der Präsentation. Auch wenn die heutige Zwischenbilanz zeigt, dass die Stadt nun endlich Schritte in die richtige Richtung setzt, so ist die Errichtung von Ladepunkten als Einzelmaßnahme zu wenig, wie Schweizer weiter ausführt: „E-Autobesitzer zahlen derzeit noch für weniger Komfort mehr Geld. Daher müssen zusätzliche Anreize geschaffen werden, um diese Antriebsform attraktiv zu machen. Dies ist auch mit nicht-monetären Maßnahmen möglich. Am wichtigsten wäre die Veränderung der Bauordnung, um die Errichtung von Ladestationen in Garagen von Mehrparteienhäusern zu erleichtern.“

Darüber hinaus fordert der ARBÖ seit langem, dass  Busspuren für E-Autos frei gegeben werden und Vergünstigungen in Kurzparkzonen gewährt werden. „Die Kombination aus schnellerem vorankommen, wie beispielsweise auf Busspuren, geringere laufende Kosten durch geringere Parkkosten und lückenlose Verfügbarkeit von E-Ladesäulen macht E-Autos richtig attraktiv. Vor allem auch deshalb, weil Elektroautos gerade in der Stadt die perfekten klimaschonenden Individualverkehrsmittel wären“, so Schweizer.

In ganz Österreich waren mit Ende 2017 mehr als 14.600 E-Autos zum Verkehr zugelassen. Wien befindet sich mit 1.532 E-Pkw im Mittelfeld. Zum Vergleich: In Niederösterreich sind mit mehr als 3.200 E-Autos doppelt so viele Batteriefahrzeuge unterwegs wie in der Bundeshauptstadt.  „Diese Zahlen zeigen, dass die E-Mobilität in Wien Starthilfe braucht. Dazu zählen neben dem Ausbau der Ladeinfrastruktur eben auch zusätzliche Maßnahmen“, schließt Schweizer ab.