25.06.18

Klimaziele mit technologischer Evolution und alternativen Kraftstoffen schaffbar

Expertenbericht „Mobilität & Klimaschutz 2030“ zeigt Wege für klimafreundliche und für Konsumenten leistbare Mobilität

Als Folge des Klimaschutzabkommens von Paris hat sich Österreich verpflichtet, seine CO2-Emissionen aus dem Pkw-Verkehr bis 2030 um 36 Prozent zu senken. Für den ARBÖ ist klar, dass der Verkehrssektor seinen Beitrag dazu leisten muss. Wie das ohne Einschränkungen der individuellen Mobilität gelingen kann, zeigt der heute, Montag, von den Mobilitätsklubs ARBÖ und ÖAMTC präsentierte Expertenbericht „Mobilität & Klimaschutz 2030“. In dieser Studie zeigen unabhängige Experten aus Technik, Wissenschaft und Wirtschaft, wie Österreich die klimapolitischen Vorgaben ohne Verbote und Verteuerungen erreichen kann – und damit eine klimafreundliche Mobilität, die technisch machbar und für Konsumenten leistbar ist.

In der Debatte rund um eine CO2-Reduktion bis 2030 wird oft der „natürliche“ Fortschritt der Technik außer Acht gelassen. So erwarten die Experten, dass reine Verbrennungsmotoren schon ab 2023 nicht mehr die Mehrheit und ab 2030 sogar nur mehr ein Prozent der Neuzulassungen stellen werden – zugunsten vor allem von Hybriden. „Der technologische Fortschritt wird dafür sorgen, dass die CO2-Emissionen ohnedies um 28 Prozent sinken werden. Das Ziel von 36 Prozent ist daher erreichbar“, betont ARBÖ-Generalsekretär KommR. Mag. Gerald Kumnig.

Um das CO2-Einsparungsziel zu erreichen, schlägt der Mobilitätsklub einen Mix aus altbekannten und bisher stiefmütterlich behandelten Maßnahmen vor: Selbstverständlich soll der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, speziell rund um die Ballungsräume, weiter vorangetrieben werden. Auch E-Mobilität und Radfahren sollen weiter gefördert werden. Zusätzlich schlägt der Klub vor, insbesondere im ländlichen Raum statt der wenig genutzten öffentlichen Verkehrsmittel stärker auf sogenannte Mikro-ÖV Dienste, die auch private Betreiber erbringen können, zu setzen.  Dazu kommen große Einsparungspotentiale durch alternative Kraftstoffe: So kann laut Expertenbericht der massive Einsatz von alternativen bzw. synthetischen Kraftstoffen, sogenannten E-Fuels, einen entscheidenden Beitrag zur Senkung von CO2-Emissionen leisten. In einem visionären Szenario ist – zusammen mit den Einsparungen durch die technologische Entwicklung – sogar eine CO2-Gesamtreduktion von 89 Prozent möglich.

Ende für Verbrennungsmotor 2030 würde 16 Milliarden Euro kosten

Der Expertenbericht zeigt aber auch: Würden Verbrennungsmotoren ab 2030 verboten, dann würde das gesamtwirtschaftlich 16 Milliarden Euro kosten. Den Großteil dieser Kosten, nämlich 13 Milliarden Euro, hätten unmittelbar die Konsumenten zu tragen. „Es ist für den ARBÖ nicht hinnehmbar, dass die Kosten auf den Konsumenten abgewälzt werden", so Kumnig, der auch den diskutierten Maßnahmen, wie Steuererhöhungen, Roadpricing, Citymauten, Fahrverbote, der Absenkung der allgemeinen Tempolimits und der Abschaffung der Großen Pendlerpauschale ablehnend gegenüber steht. „Eine sinnvolle und machbare Mobilitätswende muss auch die Wertschöpfung und Arbeitsplätze sichern und die notwendige individuelle Mobilität für sozial Schwächere gewährleisten.“, so Kumnig abschließend.