25.10.17

ARA Flugrettung verleiht ARBÖ Flügel

Die ARA Flugrettung und der Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreichs (ARBÖ) haben kürzlich am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden den Weg für eine enge Zusammenarbeit geebnet. In der Obersteiermark im Raum Knittelfeld soll in einem gemeinsamen Projekt ein neuartiges Sicherheitszentrum realisiert werden, um die Versorgung der Region in puncto Sicherheit weiter zu verbessern. Investitionen in Höhe von sechs Millionen Euro stehen im Raum.

Foto ARA-ARBÖ/KK): Von link: Dr. Hans Jörg Eyrich, Vorstand der DRF Luftrettung, Thomas Jank, ARBÖ-Geschäftsführer Kärnten-Steiermark, Direktor Günther Schweizer, Geschäftsführer ARBÖ-FSZ Ludersdorf und Dr. Peter Huber, Vorstand der DRF Luftrettung und Geschäftsführer der ARA Flugrettung, wollen künftig die Sicherheit in der Obersteiermark gemeinsam verbessern.

Die ARA Flugrettung ist im Wandel. Als erstes Flugrettungsunternehmen in Österreich wird sie an ihren Notarzthubschrauberstationen ab April 2018 den hochmodernen Hubschrauber des Typs H 145 einsetzen, der eine Umstellung auf einen 24-Stunden-Betrieb möglich macht. Ein weiterer Baustein dieser umfassenden Neuausrichtung wird auch die künftige Zusammenarbeit mit dem ARBÖ sein, die kürzlich mit konkreten Projekt-Gesprächen am Operation-Center der DRF Luftrettung am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden gestartet wurde.

Der Startschuss könnte schon bald im Raum Knittelfeld erfolgen. Bereits seit geraumer Zeit arbeiten ARA Flugrettung und ARBÖ gemeinsam an der Realisierung eines völlig neuartigen Sicherheitszentrums. Auf knapp 7.000m² soll ein hochmoderner Komplex entstehen, der es beiden Organisationseinheiten ermöglicht, den obersteirischen Raum sicherheitstechnisch noch besser zu versorgen. Dr. Peter Huber, Vorstand der DRF Luftrettung und Geschäftsführer der ARA Flugrettung, ist von den Vorteilen dieses Konzeptes überzeugt: „Mit einem Standort in dieser Gegend und einem Einsatzradius unserer Hubschrauber von 15 Flugminuten werden wir die notärztliche Versorgungssicherheit am Red-Bull-Ring, entlang der S36 und in den obersteirischen Schi- und Wandergebieten nachhaltig erhöhen.“

„Diese Projekt-Kooperation mit der ARA Flugrettung eröffnet auch uns völlig neue Perspektiven. Sie verleiht uns quasi Flügel“, betonte Thomas Jank, ARBÖ-Geschäftsführer Kärnten-Steiermark nach den Gesprächen in Deutschland. „Sollte das geplante Pilotprojekt erfolgreich sein, könnten rasch weitere Sicherheitszentren folgen.“ Derzeit betreibt der ARBÖ in Knittelfeld ein Prüfzentrum, das bei Inbetriebnahme der neuen Anlage stillgelegt werden soll. „Unser Standort in Knittelfeld erfährt dadurch ein substanzielles Upgrade. Sowohl im Personalbereich, als auch in Sachen Fuhrpark. Denn vor allem beim Abschlepp- und Pannendienst sehen wir noch großes Potenzial“, so Jank.

Im geplanten Sicherheitszentrum Knittelfeld will die ARA Flugrettung ihren modernsten Hubschraubertyp H 145 stationieren, erklärt Dr. Peter Huber: „Die H 145, die dann auch das ARBÖ-Logo zieren könnte, eignet sich optimal für Notarzteinsätze und den schnellen und schonenden Transport von Intensivpatienten zwischen Kliniken. Sie ist voll nachtflugtauglich und verfügt über ein großes Platzangebot sowie eine intensivmedizinische Ausstattung an Bord.

Auch für alpine Einsätze mit der Rettungswinde ist die leistungsstarke Maschine prädestiniert. Ein Alleinstellungsmerkmal ist zudem die Gewichtszulassung der Trage: Es können Patienten bis zu 250 kg Körpergewicht geflogen werden – bislang sind bis zu 120 kg in der österreichischen Flugrettung die Regel.“ Dabei kann die ARA Flugrettung von der Expertise der DRF Luftrettung profitieren, zu der die ARA Flugrettung gehört. Als weltweit erste Luftrettungsorganisation stellte die deutsche Luftrettungsorganisation die H 145 in Dienst und verfügt im Nachbarland über die größte Nachtflugerfahrung.

Die ARA Flugrettung gemeinnützige GmbH

Die österreichische ARA Flugrettung wurde 2001 als gemeinnützige GmbH gegründet und betreibt in Reutte (Tirol) und Fresach (Kärnten) professionelle Notfallmedizin mit Notarzthubschraubern. Im Gegensatz zu Hubschrauberbetreibern, die nur in der Wintersaison zu Einsätzen fliegen, leistet die ARA Flugrettung das ganze Jahr über schnelle Notfallhilfe aus der Luft. Die Notarzthubschrauber „RK-1“ und „RK-2“ sind zudem mit einer fest installierten Rettungswinde ausgerüstet, mit der Einsätze im alpinen Gelände durchgeführt werden können, wenn die Landung am Einsatzort nicht möglich ist.

Das Unternehmen mit Sitz in Klagenfurt gehört zur DRF Luftrettung und ist ein nach gültigen Richtlinien für die Luftfahrt lizenziertes Unternehmen mit einem Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC). Seit 2014 ist die ARA Flugrettung außerdem Mitglied der IKAR (Internationale Kommission für Alpines Rettungswesen), deren Ziel die Weiterentwicklung der alpinen Rettung und Sicherheit ist.

Der Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreichs (ARBÖ)

Der Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreichs – kurz ARBÖ genannt – ist der zweitgrößte österreichische Verein. Die Kernaufgaben des 1899 gegründeten Automobilclubs sind im Wesentlichen: Vielfältige Mobilitätsdienstleistungen (wie Pannenhilfe) und Interessensvertretung der rund 420.000 Mitglieder. Der ARBÖ betreibt in Österreich derzeit 90 Prüfzentren sowie drei Fahrsicherheitszentren (Wien, Graz, Salzburg/Straßwalchen) und beschäftigt 800 Mitarbeiter. Unter der Kurzrufnummer 1-2-3 ist der ARBÖ-Pannendienst 365 Tage im Jahr rund um die Uhr erreichbar. Der ARBÖ ist Gründungsmitglied des Verbundes Europäischer Automobilclubs (EAC) mit Sitz in Brüssel.