7.09.17

Rechtzeitig Schulweg üben

Sich Zeit zu nehmen ist immer wichtig.

Ab September ist es wieder soweit! Viele Kinder besuchen die erste Schulstufe oder wechseln in eine andere Schule. Dadurch ist es wichtig, vorzeitig den Schulweg genau zu üben.

Bald schon enden die heurigen Sommerferien. Vielleicht ist noch die eine oder andere Urlaubsreise geplant, doch bei vielen laufen bereits die Vorbereitungen für den Schulstart. Eltern sollten Sie nun ihre Prioritäten auf den sicheren Schulweg legen. Zu beachten ist, dass Taferlklassler erstmals den Schulweg erlernen müssen. Aber auch ältere Kinder sollten den Weg zur Schule wieder auffrischen und diesen bald genug üben.

„ Ältere Kinder wollen oft nicht mehr üben. Seien Sie kreativ und lassen Sie nicht locker!“

Denn die Statistik zeigt eindeutig: je älter die Kinder sind, desto größer ist das Risiko im Straßenverkehr zu verunglücken, wie die Unfallstatistik für das Jahr 2016 der Statistik Austria für das Bundesland Salzburg belegt:

Unfallgeschehen mit Kindern in Salzburg:


Verunglückte Kinder nach Altersklassen:
0-4 Jahre:                 33                               (Österreich)   479
5-9 Jahre:                 53                               (Österreich)   846
10-14 Jahre:             107                              (Österreich)  1540

Unfallgeschehen mit Schulkindern:

Bundesland Salzburg Gesamt    
36 Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren

Ö
sterreich
538 Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren

Klar ersichtlich ist der Anstieg der Unfallzahlen bei älteren Kindern. Die Gründe dafür können sein, dass jüngere Kinder großteils noch von den Eltern begleitet werden, während ältere Kinder viel öfter alleine unterwegs sind und bei Jugendlichen dazu kommt, dass das Fortbewegungsmittel vielseitiger ist.

Wichtig! Den neuen Schulweg sollten die Kinder gemeinsam mit den Eltern rechtzeitig, also schon in der letzten Ferienwoche, üben. So werden Kinder rascher selbstständig und das „Taxi von Mama oder Papa“ wird dadurch überflüssig.

„Vermeiden Sie dennoch Ihrem Kind Angst vor dem Verkehr zu machen – ängstliche Kinder sind unsicher!“

„Der Straßenverkehr ist für Kinder langweilig – üben Sie mit ihrem Kind so lange bis es alles kennt was zu beachten ist – drehen Sie dann den Spieß um und lassen sich selbst von ihrem Kind in die Schule bringen. So kann ihr Kind spielerisch wiedergeben was es gelernt hat.“, so ARBÖ-Verkehrspsychologin Patricia Prunner.

Damit die jungen Verkehrsteilnehmer fit für den Schulweg werden, ist es wichtig, dass sich die Eltern ausreichend Zeit nehmen, und folgende Punkte beachten:


1.Vermeiden Sie in der Früh Stress und planen ausreichend Zeit für den Schulweg ein. Hektik und Eile haben auf dem Schulweg klar negative Effekte.


2.
Legen Sie gemeinsam mit den Kindern den sichersten Weg verbindlich fest. Der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste. Wählen Sie einen Weg bei dem Ihr Kind möglichst selten die Straße queren muss und vermeiden Sie unübersichtliche Stellen.“

3.
Spüren Sie Gefahrenquellen wie zum Beispiel Abbieger bei Ampeln gemeinsam auf. Machen Sie den Straßenverkehr für Ihr Kind interessanter – lassen Sie es in die Rolle des/der VerkehrspolizistIn schlüpfen.

4. Üben Sie das richtige Blickverhalten. Auch wenn die Ampel „grün“ zeigt, muss sich das Kind vergewissern, dass es die Straße gefahrenlos überqueren kann.

5. Wichtig ist: Im Alltag ein gutes Vorbild sein. Die Kinder lernen vom richtigen Verhalten der Erwachsenen. Daher ins besonders darauf achten, dass man sich beim Überqueren von Straßen, bei Ampeln, auf Zebrastreifen oder bei Ein- und Ausfahrten richtig verhält. Sicherer ist es auf der Innenseite des Gehsteigs zu gehen. Auch auf einem Zebrastreifen darf sich ein Kind nicht darauf verlassen, dass die herannahenden Autos anhalten. Daher sollten die jungen Verkehrsteilnehmer immer erst dann die Straße überqueren, wenn die Straße frei ist oder die Autolenker aus beiden Richtungen angehalten haben. Zeigen Sie ihrem Kind das richtige Verhalten immer vor und kommentieren es.

6.
Der Schulweg ist medienfreie Zone!! Musik hören oder am Handy spielen lenkt massiv vom Verkehrsgeschehen ab und hat im Straßenverkehr keinen Platz.

7. Machen Sie es ihrem Kind leichter gesehen zu werden. Kinderwarnwesten, reflektierende Schnappbänder oder Anhänger gibt es in den ARBÖ-Prüfzentren.

8. Erklären Sie ihrem Kind genau, warum es auf gewissen Verkehrssituationen achten muss. Beobachten Sie das Fehlverhalten anderer Teilnehmer und machen Sie ihr Kind auf die möglichen Folgen aufmerksam.
 

9. Loben Sie ihr Kind überschwänglich. Kinder lernen durch Bestärkung und Lob des richtigen Verhaltens. Drohungen oder Schimpfen verunsichert nur und erhöht dadurch das Risiko zum Fehlverhalten.

10.
Sollte Ihr Kind ein öffentliches Verkehrsmittel benützen – üben Sie zusätzlich zum Weg zur Haltestelle auch das richtige Verhalten im Verkehrsmittel. Das sich anhalten während der Fahrt und das Aus- und Einsteigen sollte dabei eine genauso wichtige Rolle spielen wie das Verhalten in den Wartebereichen.