20.06.17

Hatschi - Pollen noch immer im Anflug

Derzeit herrscht Hochsaison für Gräserpollenallergiker: Betroffenen Autofahrern wird oft das Leben schwer gemacht.

Pollenallergiker sehen im sommerlichen Wetter nicht nur Anlass zur Freude. Manch einem wird es gar gänzlich vermiest:  Denn wenn die Nase rinnt, Juckreiz und Husten einsetzen und es sogar zu Atemnot kommt, ist das nicht nur unangenehm, sondern kann auch beim Lenken eines Fahrzeuges riskant werden. „Eine Niesattacke während der Autofahrt kann brandgefährlich werden, da sich die Augen dabei immer wieder automatisch für kurze Zeit schließen, was  einem „Blindflug“ gleichkommt oder man verreißt das Lenkrad“, warnt Katharina Bastl, Biologin an der MedUni Wien.

Hochsaison haben derzeit  unter den Gräsern das Knäuelgras, der Glatthafer, aber auch der Ampfer, der Wegerich und  die Rogge, deren Blüte noch in den kommenden Wochen Allergikern das Leben schwer machen. Abhängig von geografischen und meteorologischen Faktoren kann die Abfolge der verschiedenen Pflanzenblüten sogar bis Ende Oktober andauern.

 

Damit Allergiker in dieser Zeit gefahrlos unterwegs sind, gilt es, folgendes zu beachten:

Pollenfilter fürs Auto
Das Auto ist gar kein so schlechter Ort für Allergiker, da bereits in fast allen Fahrzeugen serienmäßig ein Pollenfilter eingebaut ist. Solche Filter bieten im Auto ausgezeichneten Schutz, vorausgesetzt sie werden auch regelmäßig gewartet bzw. ersetzt. Allerdings können die Pollenfilter nur funktionieren, wenn die Autofenster geschlossen bleiben.

Wasser trinken
Viel zu trinken hält die Schleimhäute feucht und macht sie weniger reizbar. Daher sollte man stets eine Flasche Wasser mitführen.

Anhalten
Sollte es dennoch während der Fahrt zu einer allergischen Reaktion kommen, rasch rechts zufahren, oder einen Parkplatz aufsuchen, und geeignete Gegenmaßnahmen treffen. Achtung: Wer Medikamente einnimmt, sollte vorab klären, ob diese die Verkehrstauglichkeit beeinträchtigen.

Gesichtsdusche
Eine kurze Gesichtsdusche mit kaltem Wasser kann Beschwerden durch Heuschnupfen wie brennende Augen, brennende Gesichtshaut und Spannungskopfschmerz lindern. Sogenannte „Wassersprays“ sind in Apotheken erhältlich und sollten Allergiker im Auto mitführen.

Daten und aktuelle Prognosen stellt der Pollenwarndienst der MedUni Wien in seiner App „Pollen“, aber auch auf der Homepage www.pollenwarndienst.at oder im Teletext kostenlos zur Verfügung.

Abschließend gilt zu beachten, dass stark betroffene Allergiker stets ihre Fahrtüchtigkeit richtig einschätzen müssen, wie Dr. Stefan Mann, Leiter der ARBÖ-Rechtsabteilung, erklärt: „Wer durch eine Allergie gesundheitlich stark eingeschränkt wird, muss das Fahrzeug stehen lassen, da die Fahrtüchtigkeit nicht gegeben ist.“


Quelle:  Österreichischer Pollenwarndienst  der MedUni Wien