19.01.16

Sicher unterwegs auf Schnee und Eis

Vergangenes Wochenende hat der Winter endgültig seinen Einzug gehalten. Nun sind Autofahrer aufgefordert, besonders vorsichtig zu sein.

Temperaturen von bis zu minus 15 Grad Celsius bringen viele Autofahrer schon ins Schwitzen. Dieses Wochenende konnte der ARBÖ das bisher höchste Einsatzaufkommen dieses Winters verzeichnen: Die Anzahl der Pannen stieg auf das Vierfache an, wobei in acht von zehn Fällen Starthilfe aufgrund schwacher Batterien benötigt wurde. Viele Verkehrsteilnehmer riefen den ARBÖ zu Hilfe und dieser konnte wie gewohnt rasch zur Weiterfahrt verhelfen. Um sicher durch die nächste Kältewelle zu kommen, gibt der ARBÖ wichtige Sicherheitstipps.


• Richtige Ausrüstung als „A und O“ für jeden Autofahrer

Das wichtigste bei diesen Temperaturen sind Winterreifen. Die Kennzeichnung „M&S“ sowie eine Mindestprofiltiefe von 4 mm sind per Gesetz erforderlich. Außerdem sind eine mit Frostschutz befüllte Scheibenwaschanlage sowie funktionierende Scheibenwischer für gute Sicht unerlässlich. Natürlich sollte auch immer ein Eiskratzer und Besen mitgeführt werden und für eingefrorene Türschlösser ein passender Enteiserspray.


• Batterie-Check

In den ARBÖ-Prüfzentren werden Funktion, Kapazität und damit die Überlebenschance der Autobatterie überprüft. Besser jetzt stressfrei ins nächste ARBÖ-Prüfzentrum kommen und fünf Minuten für den Check investieren, als sich dann morgens beim Wegfahren ärgern, weil das Auto nicht anspringen will.


• Angepasstes Fahrverhalten als Vorsorge

Als wichtigsten Punkt rät der ARBÖ, Fuß weg vom Gas. Bereits bei nasser Fahrbahn sollte die Geschwindigkeit um 50% verringert werden und bei Schnee und Eisfahrbahn um 70 %. Zusätzlich muss, wenn vorhanden, das ESP (elektronisches Stabilitätsprogramm) eingeschaltet bleiben. Dies verringert die Gefahr, dass das Fahrzeug ins Schleudern gerät. Um die Sichtbarkeit zu erhöhen, sollte das Abblendlicht bzw. wenn erforderlich die Nebelscheinwerfer eingeschalten werden.


• Falls es doch zum Schleudern kommt

Sollten alle Vorsichtsmaßnahmen versagen und das Auto gerät ins Schleudern: Fuß weg vom Gas, Auskuppeln und in die gewünschte Richtung lenken.


• Dieselfrostschutz


Extreme Kälte kann zudem speziell bei Dieselfahrzeugen zu Problemen führen: Denn purzeln die Temperaturen in den Keller, droht der Treibstoff einzufrieren. Die Folge: Das Fahrzeug springt nicht mehr an. Im Extremfall schaltet der Motor sogar während der Fahrt ab. Vor allem bei Fahrzeugen, die nachts im Freien stehen, raten ARBÖ-Experten bei extremer Kälte bereits vorsorglich einen Dieselfrostschutz in den vollen Tank zu kippen: „Dem Diesel wird es sofort warm ums Herz. So gibt‘s nach einer Frostnacht mit Sicherheit kein böses Erwachen“, so ARBÖ-Sprecher Sebastian Obrecht. Das Mittel wirkt auch dann noch, wenn sich beim Diesel bereits erste Erfrierungssymptome zeigen. Insbesondere während des Winterurlaubs ist darauf zu achten: Steht das Fahrzeug mehrere Tage und Nächte im Hochgebirge bei Temperaturen jenseits der minus 20 Grad Marke, wird auch der qualitativ hochwertigste Dieselkraftstoff einfrieren und zu massiven Problemen vor der Rückreise führen.
Um für die nächste Kältewelle gerüstet zu sein, rät der ARBÖ zu Fahrtechnik-Trainings. Hierbei kann man gezielt den Grenzbereich des eigenen Fahrzeugs kennen lernen.


Richtiges Fahrverhalten bei Schnee und Eis sowie Schleudertrainings vermitteln Sicherheit und helfen in Akutsituationen zu richtigem Verhalten. Die drei ARBÖ Fahrsicherheitszentren bieten spezielle Fahrtrainings an.

Infos: www.ich-fahr-sicher.at