Autofahrer haben Hausaufgaben für Kioto gemacht
Pkw sind nicht Hauptverursacher - Nur 12 % aller CO2-Emissionen kommen von Pkw
Die Autofahrer in Österreich haben ihre Kioto-Hausaufgaben gemacht, sind deutlich weniger gefahren, haben massiv CO2-freundliche Kleinwagen gekauft und sind im Namen der Umwelt seit Jahren massiv zur Kassa gebeten worden.
Autofahrer werden im Namen der Umwelt massiv zur Kasse gebeten
Österreichische Autofahrer wurden in den letzen fünf Jahren im Namen der Umwelt massiv zur Kassa gebeten. Sie haben ihre Kioto-Hausaufgaben gemacht.
Zweimal wurde die Mineralölsteuer erhöht, zweimal die Normverbrauchsabgabe für Autokäufer verschärft und der Sprit in drei Etappen wegen Zumischung biogener Treibstoffe verteuert.
Verschärfungen im Detail:
- 2004: Erhöhung der Mineralölsteuer wegen vorzeitiger Entschwefelung
(+240 Mio. Euro jedes Jahr!) - 2005 Juli, Bonus Malus bei NoVA für Diesel-Pkw mit/ohne Dieselpartikelfilter
- 2005: Oktober, Beimischung biogener Anteile zu Diesel, "Biodiesel"
(+148 Mio. Euro) - 2007: Massive Erhöhung der Mineralölsteuer aus Umweltgründen
(+437 Mio. Euro, Jahr für Jahr) - 2007: Oktober, Beimischung biogener Anteile zu Benzin (Ethanol)
(+50 Mio. Euro)
Sündenbock Autofahrer?
Im Jahr 2007 stammten 10,5 Millionen Tonnen CO2-Emissionen von Pkw im Inland. Das sind knapp 12 % der gesamten CO2-Emissionen von 88 Millionen Tonnen (Quelle: Kioto-Kontrollbericht des Umweltbundesamtes, 2007).
Somit sind Pkw im Inland nicht die Hauptverursacher von CO2-Emissionen, sie stehen vielmehr erst an vierter Stelle, nach Industrie und Gewerbe (29%), Energieaufbringung (16%) und den Kleinverbrauchern (12,6%).
Statistik veraltet
Die jetzt diskutierte Kioto-Statistik geht auf das Jahr 2007 zurück, das noch außerhalb der Kioto-Periode liegt. Sie ignoriert also völlig die rasanten Forschritte, die vor allem im Pkw-Bereich in der Zwischenzeit erzielt wurden. Nach Schätzung des ARBÖ sind die CO2-Emissionen 2008 und 2009 im inländischen Straßenverkehr um weitere 10 Prozent (2,6 Millionen Tonnen) zurückgegangen.
Erstens wurde - nicht nur krisenbedingt - weniger gefahren und mehr auf Öffis und aufs Radfahren umgestiegen und zweitens wurden massiv neue umweltfreundlichere Autos gekauft.
Kioto-Ziel: Alle Jahre sind entscheidend
Die Kioto-Periode beginnt erst 2008 und geht bis inklusive 2012. Im Durchschnitt dieser fünf Jahre soll Österreich das Kioto-Ziel von 68,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente erreichen. Alle fünf Jahre sind entscheidend.
Ob Österreich das Kioto-Ziel erreichen wird oder nicht kann derzeit niemand verlässlich sagen, schon gar nicht aufgrund der alten Zahlen. Die Abweichung vom Kioto-Ziel betrug 2007 insgesamt 8,1 Millionen Tonnen. Dieser Fehlbetrag ist kein Grund zur Panikmache.
Bisherige Maßnahmen zur Senkung der CO2-Emissionen
2008 und 2009 wurden im Verkehrsbereich folgende Maßnahmen geleistet, um die CO2-Emissionen des Verkehrs in Österreich zu drosseln. Diese Leistungen können sich aber logischerweise nicht in den Klimabericht für das Jahr 2007 niederschlagen.
2008:
- Treibstoffverbrauch um 3,75 Prozent gesunken (Es wurde weniger gefahren, Spritsparkurse, u.a. beim ARBÖ)
- Erstmals das gesamte Jahr lang Zumischung von Ethanol zu Benzin
- CO2-Ausstoß neu zugelassener Pkw von 169 auf 159 g/km gesunken (CO2-Malus bei NoVA seit Juli 2008)
2009:
- Treibstoffverbrauch neuerlich um drei Prozent gesunken (krisenbedingt)
- Aufstockung Bio-Anteil bei Diesel von 4,9 auf 6,9 Prozent
- 30.000 Uraltautos durch Verschrottungsprämie in CO2-arme Autos eingetauscht
- Schon 71 Prozent der neu gekauften Autos mit weniger als 160 g/km CO2 Aussstoß in den ersten zehn Monaten
- Über 90 Prozent der neue gekauften Diesel-Pkw mit Dieselpartikelfilter
Für 2010 sind bereits weitere Schritte in der Pipline:
- NoVA-Malus für neue Autos wird von 180 auf 160 g/km gesenkt
- Ökologisierung der Lkw-Maut
Streng genommen wären in diese Liste auch die CO2-sparenden Maßnahmen aufzunehmen, die durch den Klimafonds seit 2008 ausgelöst wurden - schließlich kommt das Geld für den Klimafonds aus den Taschen der Autofahrerinnen und utofahrern, die seit Mitte 2007 eine massive Erhöhung der Mineralölsteuer zu schlucken hatten und die sich bei jedem einzelnen getankten Liter bis heute auswirkt.




