Was Kinderköpfe brauchen

Der Radhelm bringt nur Schutz, wenn er richtig auf dem Kopf sitzt. Kinderköpfe in Österreich müssen mit Helmen geschützt sein, wenn sie selbst Rad fahren oder mitfahren (in Kindersitze oder Anhänger). 85 Prozent aller Kopfverletzungen können durch das Tragen eines Radhelmes verhindert werden.

"Bei jedem dritten Kind sitzt der Helm viel zu locker und kann, wenn man Pech hat, bei einem Unfall zum gefährlichen Würgehelm mutieren", weiß ARBÖ-Radinstruktor Peter Ringelmann aus Erfahrung. Der ARBÖ zeigt im Video, worauf man beim Radhelm-Aufsetzen achten muss.


Ringelmann ist langjähriger Rad-Instruktor des ARBÖ Wien. 60.000 Kids hat er auf die Radprüfung vorbereitet. Er weiß, was Kinderköpfe brauchen und wie Kinder ticken: "Der Radhelm muss perfekt sitzen und mit dem Kopf eine Einheit bilden. Er darf weder drücken, sonst nimmt ihn das Kind ab. Er darf auch nicht wackeln, dann kann er sogar zum Sicherheitsrisiko werden." Am einfachsten testet man den richtigen Sitz, indem das Kind kurz den Kopf schüttelt. Bewegt sich der Helm dabei nicht und drückt auch nicht, sitzt er ideal. Um dieses Ziel zu erreichen, sollten die zehn wichtigsten ARBÖ-Radhelmtipps beachtet werden.

So geht's!

So nicht!


Die zehn ultimativen ARBÖ-Radhelmtipps

1. Der Helm sollte Stirn, Schläfen und Nackenbereich unbedingt abdecken.

2. Ein verstellbarer Ring mit Drehknopf im Helm ist am bedienfreundlichsten, um die optimale Passform zu erreichen.

3. Beim Schließmechanismus ist ein Raster- oder Schnappverschluss optimal. Diesen kann das Kind mit einer Hand selbst öffnen und schließen.

4. Ein Band des Verschlussriemens kommt hinters Ohr, das andere davor. Dann den Helmring festziehen. Der Verschlussriemen darf nicht zu locker eingestellt sein, denn sonst kann er im schlimmsten Fall zu einem gefährlichen "Würgeriemen" mutieren.

5. Auf gute Helm-Durchlüftung achten, da Kinder viel schwitzen. Fängt es unter dem Helm an zu jucken, wird dieser abgenommen.

6. Bei Helmen mit größeren Lüftungsschlitzen darauf achten, dass im Innenteil kleine Netze angebracht sind. Diese verhindern, dass sich Fliegen oder andere Insekten während der Fahrt in die großen Öffnungen verfangen und die Radler erschrecken - mit unabsehbaren Folgen.

7. Helme in grellen Farben erhöhen die Sichtbarkeit bei düsteren Lichtverhältnissen. Doch wenn es unbedingt ein schwarzer sein muss, sollte man dem Kind seinen Willen lassen, was besser ist, als dass der ungeliebte Helm zu Hause bleibt. Bei schwarzen Helmen könnte man mit leuchtenden Aufklebern und Reflektoren versuchen, die bessere Sichtbarkeit zu retten.

8. Achtung jedoch mit leuchtenden Aufklebern und Reflektoren. Manche Klebstoffe können die Hartschale des Helmes angreifen.

9. Kind zum Kauf mitnehmen und Helm gleich im Geschäft probiere.

10. Helme sollten nach fünf Jahren wegen Materialermüdung und nach jedem Sturz wegen allfälliger nicht erkennbarer Haarrisse getauscht werden.

 
 

ARBÖ von A-Z