Ein Glaserl in Ehren – Aber nicht vor der Autofahrt!

Spass gehabt – zu viel getrunken – Auto gefahren – Spass vorbei – Zu Recht bestraft!

Wer heutzutage noch denkt, dass Alkohol und Autofahren zusammenpassen, dem sei gesagt: „Diese Einstellung gehört überdacht!“ Dass Alkohol am Steuer kein Kavaliersdelikt ist, belegen nicht nur Unfallzahlen, sondern auch die horrenden Strafen, die man kassiert, sollte man dabei erwischt werden. Der ARBÖ zeigt auf, was Alko-Sündern alles drohen kann.

Grundsätzliche Regelung
Generell liegt die Höchstgrenze bei 0,5 Promille Alkoholgehalt im Blut. Noch strenger ist die Regelung für Führerscheinneulinge (Probescheinbesitzer), bei Bus- und Lkw-Fahrern. Hier gelten maximal 0,1 Promille Alkoholgehalt im Blut als Höchstgrenze.


Mindeststrafe bei Alkoholisierung
Die Mindestgeldstrafe für die Begehung eines Alkoholdeliktes im Bereich von 0,5 bis 0,8 Promille wird auf 300 Euro angehoben


Konsequenzen im Detail
* Für 0,5 bis weniger als 0,8 Promille
zahlt man mindestens 300 Euro (bis 3.700 Euro) und erhält eine Vormerkung.

* Für 0,8 bis weniger als 1,2 Promille
"blecht" man nicht nur 800 Euro (bis 3.700), sondern muss auch schon gleich zum
Verkehrscoaching, das mehrere Stunden dauert und rund 100 Euro kostet.
Ein Monat Führerscheinentzug ist die weitere Folge.

* Wer sich mit 1,2 bis weniger als 1,6 Promille hinters Steuer setzt,
kriegt's noch heftiger auf den "Deckel": 1.200 Euro Geldstrafe (bis 4.400), vier Monate Führerscheinentzug und Nachschulung für 15 Stunden (kostet mehrere Hundert Euro).

* Wer 1,6 Promille oder darüber "getankt" hat, zahlt 1.600 Euro Strafe (bis 5.900 Euro). Der Führerschein wird für mindestens ein halbes Jahr entzogen, man bekommt eine Nachschulung für 18 Stunden vorgeschrieben und muss obendrein zum Amtsarzt zu einer verkehrspsychologischen Untersuchung (kostet auch einige Hunderter).


Verkehrscoaching
Im Fall der erstmaligen Begehung eines Alkoholdeliktes im Bereich von 0,8 bis 1,2 Promille wird ein 4-stündiges Verkehrscoaching angeordnet, mit dem auf die besonderen Gefahren des Lenkens von Kraftfahrzeugen unter Alkoholeinfluss und dessen Folgen bewusst gemacht wird.

Wenn bereits einmal innerhalb der letzten fünf Jahre ein Alkoholdelikt ab 0,8 Promille begangen worden ist, wird eine volle Nachschulung angeordnet. Probeführerscheinbesitzer, welche ohnehin eine Nachschulung absolvieren müssen, sind vom Verkehrscoaching ausgenommen.

Führerscheinentzugsdauer im Wiederholungsfall
Bei einer erstmaligen Begehung eines Alkoholdeliktes im Bereich von 1,2 bis 1,6 Promille beträgt die Mindestentzugsdauer vier Monate, über 1,6 Promille sechs Monate. Im Wiederholungsfall gibt es verschiedene Abstufungen bei diversen Deliktskombinationen (bei Begehung in der jeweils genannten Reihenfolge):

1,6 + 1,6 = mindestens 12 Monate
1,6 + 1,2 = mindestens 8 Monate
1,6 + 0,8 = mindestens 8 Monate
1,2 + 1,6 = mindestens 10 Monate
1,2 + 1,2 = mindestens 8 Monate
1,2 + 0,8 = mindestens 6 Monate

Weitere Folgen betreffend Versicherung
Die Kaskoversicherung und die Rechtsschutzversicherung sind bei einem Unfall indem Alkohol im Spiel war leistungsfrei. Auch die Haftpflichtversicherung kann auf dem Regressweg bis zu 11.000 Euro vom Unfall-Verursacher, der zum Zeitpunkt des Unfalles mit über 0,8 Promille alkoholisiert war, zurückfordern.

Restalkohol
Viele Autolenker unterschätzen leider oft den "tückischen" Restalkohol. Eine kalte Dusche, Cola oder Kaffee können den Abbau des Alkohols nicht beschleunigen und schon gar nicht die Fahrtüchtigkeit verbessern. Es ist daher wichtig zu wissen, wie schnell Alkohol vom Körper wieder abgebaut wird: Pro Stunde kann der Körper etwa 0,1 Promille abbauen. Ob man schläft oder Sport betreibt, ist dabei völlig unerheblich. Auch schwarzer Kaffee oder fettes Essen ist wirkungslos. Und die "Pille gegen Promille" ist sowieso eine Illusion. Also Vorsicht: Auch nach ein paar Stunden Schlaf sollte man sich nicht gleich hinter das Steuer setzen!

Lieber mit dem Taxi
Wer sich also nicht sicher ist, ob beim Feiern die 0,5 Promillegrenze schon erreicht wurde, sollte kein unnötiges Sicherheitsrisiko eingehen. Es lebe die Taxi-Innung! – Nach einem kurzen Anruf ist die straffreie Heimfahrt gesichert.


Darum empfiehlt der ARBÖ: Feiern – „Ja“ – aber danach niemals hinters Steuer setzen

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