Kindersicherung – Größte Sorgfalt für die Kleinsten

Falsche Kindersicherung ist ein Vormerkdelikt! – Welcher Sitz für welches Kind?

Eltern aufgepasst: Wer sein Kind liebt, der sichert es im Auto! Wer kurz vor dem Kauf eines Kindersitzes steht, der sollte sich für die nächsten Zeilen Zeit nehmen, schließlich geht’s um die Sicherheit Ihres Kindes und darum, wie man empfindlichen Strafen, samt einer Vormerkung entgehen kann.

In Österreich sterben und verletzen sich mehr Kinder im Pkw als auf der Straße. 1.333 verletzte und getötete Kinder im Pkw - wie im Jahr 2009, laut Statistik Austria - sind zu viel, ist der ARBÖ überzeugt und erklärt in einfachen Schritten, wie man Kinder richtig sichert.


Speziell gesichert müssen Kinder unter 14 Jahren werden:

…bis zu einer Größe von 150 cm durch ein eigenes Rückhaltesystem.
…ab einer Größe von 135 cm darf das Kindersitzkissen (also Gewichtsgruppe III) ausnahmsweise durch einen höhenverstellbaren Dreipunktegurt, ersetzt werden, wenn der Schulterteil des Gurtes nicht über den Hals des Kindes geht.
…ab einer Größe von 150 cm mittels Sicherheitsgurt – auch wenn das Kind unter 14 Jahre alt ist.


Der richtige Kindersitz - Vom Kaufen, bis zum Gurt anlegen…

Beim Kauf von Kindersitzen

  • Erkundigen, welche Kindersitze fürs eigene Auto geeignet sind bzw. empfohlen werden.
  • Prüfen, ob das eigene Auto ein ISO-fix-System hat, das Kindersitz und Auto fix verbindet, denn kaufen Sie einen ISO-fix-Sitz und Ihr Auto hat keins, ist die Investition umsonst.
  • Kindersitz nur nach der neuesten ECE-Prüfnorm (derzeit 44/04) kaufen.
  • Kindersitz auf Alter, Gewicht und Größe des Kindes abstimmen. Nehmen Sie Auto und Kind beim Kauf mit!
  • Einbau des Sitzes und richtiges Angurten des Kindes zeigen lassen (im eigenen Auto).


Beim Einbau des Kindersitzes ins Auto

  • Je fester Sitz und Fahrzeug verbunden sind, desto wirksamer ist der Schutz.
  • Gurte möglichst straff ziehen, falls kein starre Verankerung (ISOFIX) möglich.
  • Auf die richtige Gurtführung achten.
  • Keinesfalls eigene "Befestigungen" oder "Verbesserungen" konstruieren. Halten Sie sich bei der Montage strikt an die Angaben des Herstellers!


Beim Angurten des Kindes

  • Gurte möglichst eng am Körper des Kindes führen (nach einer Weile allenfalls Nachziehen).
  • Auf korrekte Gurtführung achten und Gurtbänder nicht verdrehen.
  • Beckengurt unbedingt auf Beckenhöhe einstellen (nicht bis zum Bauch).
  • Schultergurt über der Schulter laufen lassen (nicht: unter dem Arm) und nie nahe am Hals.



Die Verwendung alter Kindersitze ist verboten!

Eine wichtige Neuerung in puncto Kindersicherung ist 2010 in Kraft getreten: Man darf nur mehr Kindersitze verwenden, die den ECE Nummern 44.03 und 44.04 entsprechen. Die Benützung aller andern, noch älteren Kindersitze (zum Beispiel 44.02 und 44.01) ist verboten.

Bei Verwendung dieser uralten Kindersitze drohen empfindliche Strafen: Ein alter Kindersitz gilt als schlechte Sicherung und wird geahndet, wie wenn überhaupt keine Sicherung des Kindes erfolgen würde. So kann eine Geldstrafe bis zu 5.000 Euro verhängt werden und man bekommt eine Vormerkung im Führerscheinregister. Die Polizei ist sogar berechtigt, die Lenker an der Weiterfahrt oder an der Inbetriebnahme des Pkw zu hindern. Auch wer einen neuen Kindersitz kauft, soll darauf achten, den sichersten Kindersitz mit der ECE Nummer 44.04 zu erwerben. In den Geschäften dürfen eigentlich nur mehr 44.04-Sitze verkauft werden.

ARBÖ-Tipp des Experten: "Die ECE-Norm ist am Sitz selber zu finden, meist auf der Rückseite oder auf der Unterseite."


Nicht nur in Autos werden Kinder mitgenommen…

Immer wieder rufen unsichere Eltern beim ARBÖ an, wie Kinder gesichert werden müssen, wenn die ganze Klasse des Kindes einmal auf Sport- oder Skiwoche fährt. Außerdem kann man nicht davon ausgehen, dass alle Mamas oder Papas ein Auto besitzen. Auch mit Motorrädern kann man Kinder mitnehmen. Wie das alles funktioniert ist schnell erklärt:

Omnibusse
In modernen Reisebussen sind üblicherweise auf den meisten Sitzplätzen Automatik-Beckengurte, in der ersten Sitzreihe auch Dreipunktgurte angebracht. Von Kindern über drei Jahren müssen diese auch ausnahmslos verwendet werden. Ist das Kind unter drei Jahren muss es diesen Gurt nicht anlegen.

Linienbusse
In Linienbussen (der öffentlichen Verkehrsbetriebe) sind keine Gurte vorgeschrieben und daher von der Kindersicherung befreit.

Motorräder/Motorfahrräder

Kinder dürfen auf Motorrädern erst ab dem 12. Lebensjahr mitfahren. Bedingung: Sie müssen mit den Füßen auch die Fußrasten erreichen!
Auf Motorfahrräder, die für den Transport zweier Personen geeignet sind müssen Kinder bis zum vollendeten 8. Lebensjahr mit einem speziellen Kindersitz gesichert sein. Dieser muss fest mit dem Motorfahrrad verbunden sein.


Gibt es dabei Ausnahmen? - Ja, die gibt es – eine Menge sogar…

Denn ist das Kind körperlich beeinträchtigt, oder einfach für handelsübliche Kindersitze zu groß, so wird vom Gesetzgeber nicht auf eine Sicherung bestanden. Wichtig dabei ist sich eine Bestätigung bei der jeweiligen Wohnsitzbehörde ausstellen zu lassen. Auch bei einer besonderen Verkehrslage (z.B.: Stau) wird mit unter Rücksicht genommen. Der ARBÖ empfiehlt dennoch das Kind im Stau angeschnallt zu lassen, denn es hat schließlich auch schon in Staus Auffahrunfälle gegeben, bei denen Erwachsene, wie Kinder zu Schaden gekommen sind.

Im österreichischen Recht sind auch professionelle Transportfahrzeuge von der Kindersicherung ausgenommen. So müssen Kinder in Einsatzfahrzeugen, Krankentransportfahrzeugen, Taxis, Mietwägen mit Chauffeur, sowie in Gästewägen (für Hotels) nicht eigens gesichert sein.


Die häufigsten Fragen an die ARBÖ-Profis…

Was ist mir Kindern, die noch nicht 14 Jahre, aber schon über 150 cm groß sind?

Diese müssen die vorhandenen Fahrzeuggurte benutzen. Der Lenker ist in diesem Fall für die Einhaltung der Gurtnutzung verantwortlich.

Was ist mit Kindern, die schon älter als 14 Jahre, aber noch nicht 150 cm groß sind?
Es gilt wie bei Erwachsenen die Gurtepflicht. Spezielle Rückhaltesysteme sind vom Gesetzgeber nicht vorgesehen.


Was ist beim Mitfahren in fremden Autos zu beachten?

Die Gurtepflicht und die gesetzliche Regelung der Rückhaltesysteme sind in jedem Fall einzuhalten. Es macht keinen Unterschied, ob im eigenen oder in fremden Autos. Da gelten auch „kurze“ Fahrten zu Sportveranstaltungen oder Ausflüge mit Oma und Opa nicht als Ausreden.

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