Der ARBÖ nahm beim heurigen Winterreifentest jene Pneus unter die Lupe, die vor allem auf SUVs montiert werden.

Das SUV-Segment ist eines der boomenden Fahrzeugsegmente in Österreich. Mit knapp 80.000 Zulassungen im Jahr 2016 ist diese Kfz-Klasse die zweitgrößte hinter dem Kompaktsegment. Auch deshalb entschied sich der ARBÖ gemeinsam mit seinem deutschen Partnerclub ACE die Winterreifen mit der Dimension 235/55 R17 – diese Größe findet sich oftmals auf Tiguan, Kuga und Co. – auf ihre Schnee- und Eistauglichkeit zu testen.

Insgesamt fiel das Ergebnis beim heurigen Winterreifentest durchwegs positiv aus. Bis auf ein Reifenmodell ergatterten alle Pneus ein „sehr empfehlenswert“ oder „empfehlenswert“, wobei der Dunlop Winter Sport 5 SUV die überzeugendste Leistung ablieferte und als Testsieger hervorging. Der Dunlop konnte alle Sicherheits-Kapitel für sich entscheiden, einzig bei den Faktoren „Wirtschaftlichkeit/Umwelt“ hinkt der Testsieger hinterher. Mit einer Gesamtpunkteanzahl von 198 schaffte er dennoch den Sprung auf den ersten Platz, gefolgt vom Goodyear Ultra Grip Performance Gen-1, der mit 194 Punkten ebenfalls ein „sehr empfehlenswert“ erreichte.

Der dritte Stockerlplatz geht an den Continental WinterContact TS 850 P, der auf Schneefahrbahn durchaus mit den vor ihm liegenden Pneus mithalten kann,  auf nasser und trockener Fahrbahn aber nicht ganz deren Leistung erbringt. Mit 187 Punkten fährt der Conti aber ein sehr gutes Ergebnis ein, und setzte sich gerade einmal um zwei Punkte gegen den Pirelli Sottozero 3 durch, der den Testzyklus an vierter Stelle beendete.


Dahinter reiht sich der Nokian WR A4 ein, der auf Schnee eine recht souveräne Leistung abliefert, auf nassem Fahrbahnuntergrund aber keine gute Performance zeigt. Das können der Kumho WinterCraft WP71 (gesamt 6.), der Hankook Winteri*cept evo2 (gesamt 7.) und sogar der im Gesamtranking Letztplatzierte Cooper WM-SA2+ besser. Der Cooper zeigt wiederum auf trockener Fahrbahn und auf Schnee seine Schwächen, weshalb dieser Reifen auch nur ein „bedingt empfehlenswert“ erreicht.

Insgesamt zeigt sich, dass die meisten Reifenhersteller mit ihren neuesten Produkten in der Dimension 235/55 R17 ihre Hausaufgaben gemacht haben. Und es zeigt sich, dass auch bei Allradfahrzeugen keineswegs am Winterreifen gespart werden sollte, auch wenn das reine Fortkommen aufgrund des Allradantriebs noch gesichert scheint. Beschleunigen können ist die eine, sicheres Bremsen und Kurvenfahren aber die andere, doch wesentlich wichtigere Sache.

ARBÖ-Winterreifentest: So wurde getestet

Teststrecke                                   Actic Falls (S) und Contidrom (D)

Testfahrzeug:                               Ford Kuga

Bremswegmessung auf Schnee:  Mittlere Verzögerung aus Fensterbremsung
                                                     zwischen 30 und 10 km/h, hochgerechnet auf
                                                     Meter bis zum Stillstand

Traktionsmessung auf Schnee:  
  Beschleunigung zwischen 50 und 10 Prozent
                                                     Schlupf.

Bremswegmessung bei Nässe:    Verzögerung aus Fensterbremsung zwischen
                                                    80 und 1 km/h, hochgerechnet auf Meter bis
                                                    zum Stillstand.

Bremsweg bei Trockenheit:         Verzögerung aus Fensterbremsung
                                                     zwischen 
 100 und 1 km/h, hochgerechnet
                                                     auf Meter bis zum Stillstand.