9.01.17

Wann darf man krank Autofahren?

Rezar: Vor Fahrten mit dem Pkw im Krankenstand genau informieren!

Aktuell plagen Grippe oder Erkältungen viele Burgenländer. „Krankgeschriebene müssen - oder wollen – im Krankenstand mit dem Auto fahren“, sagt ARBÖ Burgenland-Präsident Dr. Peter Rezar. „Darum sollten sich Arbeitnehmer genau darüber informieren, was erlaubt ist. Damit es keine Probleme mit dem Arbeitgeber gibt.“

Entscheidend bei allen Fahrten ist: Wurde vom Arzt "Bettruhe" verordnet oder nicht. „Bei ‚verordneter Bettruhe‘ sollte der Pkw nur in begründeten Fällen gelenkt werden. Beispielsweise für Wege zum Arzt oder zur Apotheke und – wenn notwendig – für dringende Einkäufe wie Lebensmittel“, betont der ARBÖ-Präsident. Ansonsten sollte das Kraftfahrzeug nicht benutzt werden.

Wurde vom Arzt während des Krankenstandes keine Bettruhe verordnet, kann der Pkw für alle Fahrten genutzt werden. Es muß jedoch „Fahrtüchtigkeit“ gegeben sein. Ist die Beweglichkeit durch einen eingegipsten Arm eingeschränkt, darf kein Auto gelenkt werden. Ist nur ein Finger gebrochen und geschient, kann man ein Kfz steuern. Auch die Kfz-Versicherung kann keine Einwände gegen solche Autofahrten haben.

Dennoch wäre eine Spassreise im Krankenstand - wie „… auf einen Kaffee nach Salzburg fahren …“ - dem Arbeitgeber gegenüber nur schwer erklärbar. „Auch wenn der Arzt keine Bettruhe verordnet hat, müssen Tätigkeiten, die dem ‚Gesundwerden‘ entgegenwirken, unterlassen werden. Widersetzt man sich dieser Anordnung, kann das im Extremfall zu einer Entlassung führen“, sagt Rezar. „Das Beste ist den Arzt fragen, was erlaubt ist, und den Arbeitgeber über Krankheit und Art des Krankenstandes informieren. Damit können Missverständnisse und Probleme im Vorfeld ausgeräumt werden“, rät der ARBÖ Präsident abschließend.